Erkelenz: Ehrenamtlicher Berater für Rentenangelegenheiten Otmar Bongartz erklärt Hilfsmöglichkeiten

Berater für den Kreis Heinsberg: Ehrenamtliche Hilfe in Rentenfragen

Otmar Bongartz ist ehrenamtlicher Berater für Rentenangelegenheiten. Damit hat er als Pensionär seinen alten Beruf zu seinem Hobby gemacht. Er erklärt, wobei Leute wie er unterstützen können und wer ihre Hilfe in Anspruch nehmen kann.

Für viele ist es ein Traum, das Hobby zum Beruf zu machen. Während des Berufslebens wird dann deutlich, dass nicht alles, was als Hobby Freude bereitet, in den Beruf übertragbar ist oder sich nicht jedes Hobby für eine Berufsausübung eignet. Der umgekehrte Weg, nämlich den Beruf nach einer langjährigen Tätigkeit mit dem Eintritt in das Pensionärsdasein zum Hobby zu machen, ist dagegen für die meisten unvorstellbar oder fernab der weiteren Lebensplanung. Doch diesen Weg geht Otmar Bongartz aus Erkelenz. Er hat tatsächlich seinen Beruf zum Hobby gemacht.

Nach mehr als 42 Jahren beruflicher Tätigkeit bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland ist er jetzt als Berater tätig und übt ehrenamtlich aus, was er zuvor beruflich gemacht hat: Er berät in allen möglichen Rentenangelegenheiten – von der Klärung eines Rentenkontos bis hin zum Rentenantrag. Vor einem knappen Jahr wurde Bongartz von der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund als höchstem Beschlussgremium für sechs Jahre als einer der ehrenamtlichen Versichertenberater für den Kreis Heinsberg gewählt. Bis zu seiner Pensionierung war er zunächst in Düsseldorf und die letzten 15 Jahre als Leiter der Auskunft und Beratung des Service-Zentrums Düren tätig. „Aus dieser Zeit sind mir aus der täglichen Arbeit, den Sprechtagen in der Region und den Firmenberatungen bei diversen Arbeitgebern auf der einen Seite die Probleme der Versicherten und Rentner und auf der anderen Seite die Abläufe in der Verwaltung der Deutschen Rentenversicherung bestens bekannt.“

Bongartz kann nicht verstehen, wieso viele Rentenversicherte fast bis zum Rentenantrag warten, bevor sie zum ersten Mal Kontakt mit der Rentenversicherung aufnehmen. „Es kann im Bescheid immer wieder zu Zahldrehern kommen, die die Rentenberechnung erschweren oder verfälschen“, berichtet der Fachmann. „Und dann gibt es Zeiten, die berücksichtigt werden können, von denen die Versicherungsanstalt aber gar nichts weiß.“ Deshalb empfiehlt er eine frühzeitige und auch ständige Kontoklärung, auch wenn es regelmäßig von den Rentenversicherungsträgern verschickte Zwischenstandsberichte gibt. „Die entsprechenden Anträge kann ich bei mir zu Hause aufnehmen.“ Sogar komplette Rentenanträge können bei ihm bei der „Beratung in der Nachbarschaft“ erstellt werden. „Niemand muss in ein Center nach Mönchengladbach oder Aachen fahren oder sich allein durch die Papiere arbeiten“, sagt Bongartz. Die Computerprogramme, mit denen die beruflichen Berater arbeiten, sind nicht anders als die, auf die Bongartz zurückgreifen kann.

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Rund 30 Beratungen führt der Erkelenzer pro Monat durch, hinzu kommen „etwas weniger“ Rentenanträge. Dank seiner langjährigen Tätigkeit für die Rentenversicherung kennt er verständlicherweise viele Menschen und Unternehmen. „Die Beratung, die ich bei ihnen bislang beruflich durchgeführt habe, mache ich jetzt ehrenamtlich.“

Bongartz fühlt sich fit und gesund und sieht sein Ehrenamt auch als Möglichkeit an, im Kopf flexibel zu bleiben und unter die Menschen zu kommen. Zu Hause zu hocken, während die Ehefrau arbeitet, ist nichts für den Familienvater und Fan von Borussia Mönchengladbach. Seine Begeisterung für die Beratung hat sich sogar auf den Nachwuchs übertragen: Zwei seiner Söhne haben seinen Berufsweg eingeschlagen und arbeiten inzwischen für die Deutsche Rentenversicherung. Auch so bleibt der „alte Hase“ immer auf dem neuesten Stand.

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