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Erkelenz: Drei Verletzte bei Streit an Flüchtlingsheim

Polizei in Erkelenz ermittelt in alle Richtungen : Drei Verletzte bei Streit an Füchtlingsheim in Erkelenz

Eine Party in der Nähe der Unterkunft endete mit einem Polizeieinsatz. Ob auch ausländerfeindliche Motive im Spiel waren, wird nun ermittelt.

Was genau geschah in der Nacht von Samstag auf Sonntag im Umfeld der Flüchtlingsunterkunft am Kückhovener Ortseingang? Was hat eine Feier unter jungen Leuten so eskalieren lassen, dass am Ende drei Menschen ins Krankenhaus gebracht werden mussten? Diese Fragen versucht die Polizei Heinsberg nun zu klären. Am frühen Sonntagmorgen um 2.35 Uhr wurden die Beamten zum Heim an der Katzemer Straße gerufen. Dort wurden sie von drei offensichtlich verletzten Personen empfangen. Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei fand sich in der Nacht eine Gruppe von Menschen zusammen, die in unmittelbarer Nähe der Flüchtlingsunterkunft eine gemeinsame Party gefeiert haben. Dabei soll es sich um Jugendliche aus der Umgebung gehandelt haben, auch ein Bewohner der Flüchtlingsunterkunft war beteiligt.

Im Laufe der Nacht sollen sie dabei reichlich Alkohol konsumiert haben, worauf tags darauf auch zahlreiche zurückgelassene Schnapsflaschen und Pappbecher schließen ließen. Irgendwann habe sich in der Gruppe ein Streit entfacht, in dessen Folge es zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sei, als der Bewohner zurück in die Unterkunft gehen wollte. Dann, so berichtet die Polizei, schlugen drei oder vier bislang unbekannte Personen die Tür der Unterkunft ein und griffen zwei Bewohner der Unterkunft mit Schlägen und Tritten an. „Ein Migrant erlitt leichte, der andere schwere Verletzungen. Auch eine in der Unterkunft lebende Frau, die den Streit schlichten wollte, wurde leicht verletzt“, schreibt die Polizei in ihrem Bericht. Die Verletzten wurden mit dem Rettungswagen zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht und dort ärztlich behandelt.

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Die Hintergründe, wie es zu der Auseinandersetzung und der folgenden Körperverletzung gekommen war, werden nun ermittelt. Die Ermittlungen der Beamten der Polizei Heinsberg laufen dabei in alle Richtungen. So werde auch überprüft, ob es Anzeichen für Ausländerfeindlichkeit oder eine politisch motivierte Tat gebe. Der Staatsschutz wurde von der Tat in Kenntnis gesetzt, solange es allerdings keine Hinweise auf ausländerfeindliche Hintergründe gebe, bleiben die Ermittlungen im Zuständigkeitsbereich der Polizei Heinsberg. Anderenfalls würde sich der Staatsschutz in die Ermittlungen einschalten und diese übernehmen.

 Die Spuren einer Party, die in der Nacht zum Sonntag in der Nähe des Flüchtlingsheims gefeiert wurde. 
  RP-Foto: mwi
Die Spuren einer Party, die in der Nacht zum Sonntag in der Nähe des Flüchtlingsheims gefeiert wurde. RP-Foto: mwi Foto: Marvin Wibbeke

Um die Sachlage aufzuklären, werden die Teilnehmer der Party und andere Zeugen befragt. Bisher konnten die Beamten noch nicht alle Beteiligten ausfindig machen, daher sucht die Polizei die Teilnehmer, die sich bisher nicht gemeldet haben. Nach Angaben der Polizei fuhren zwei Männer in einem Audi mit Dürener Kennzeichen davon. Einer der beiden sei etwa 170 Zentimeter groß, habe eine normale Statur und kurze Haare gehabt. Er sei mit einem weißen T-Shirt bekleidet gewesen. Andere Männer entfernten sich nach Angaben der Polizei zu Fuß vom Tatort. „Einer trug eine grüne Jacke über einem weißen Oberteil. Ein weiterer Mann hatte kurze, dunkelblonde Haare und war mit einem dunklen Oberteil bekleidet. Ein dritter Mann trug ein dunkles Oberteil mit leuchtend oranger Aufschrift“, schreibt die Polizei in ihrem Bericht. 

Die Beamten bitten alle, die Beobachtungen gemacht haben oder die Angaben zu den beteiligten Personen machen können, sich zu melden. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat der Polizei in Erkelenz entgegen, unter der Nummer 02452 920 0 entgegen. Zudem besteht die Möglichkeit, einen Hinweis über das Hinweisportal auf der Internetseite der Polizei Heinsberg weiterzugeben.

Dass es in einer Kleinstadt wie Erkelenz zu solchen Ausschreitungen kommt, ist eher ungewöhnlich. Am vergangenen Wochenende kam es vor allem in Großstädten in Nordrhein-Westfalen zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften von Polizei und Ordnungsamt und alkoholisierten vornehmlich jungen Menschen. In Köln hatten in der Nacht zu Samstag etwa 1000 Menschen eine illegale Party am Aachener Weiher gefeiert, die Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamts trafen auf eine aggressive Menge und wurden mit Flaschen beworfen. Im westfälischen Münster versammelten sich am Aasee bis zu 250 aggressive Menschen, die Flaschen und Pyrotechnik auf die Beamten warfen.