Erkelenz: Dorfentwicklung für Kückhoven geht in nächste Runde

Ortseingangstafeln als Geschenk für Kückhoven : Zwei Drittel der Aufgabe sind erledigt

Die Arbeit an einem neuen Dorfentwicklungskonzept für Kückhoven schreitet zügig voran. Kurzfristige und langfristige Ziele, wie eine Verbesserung der Verkehrssituation, wurden in einem Bürgerforum besprochen.

Zwei Drittel der Arbeit seien bereits getan, meinte Jürgen Simon, als er mit weiteren Mitgliedern der Dorfgemeinschaft der Öffentlichkeit im Pfarrheim eine Zwischenbilanz zum neuen Dorfentwicklungskonzept für Kückhoven vorstellte. Begonnen hatte diese Arbeit im April mit einer Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle. Die Idee: In fünf Gruppen sollten Handlungsfelder abgesteckt und Vorstellungen entwickelt werden. Das beginnt beim Gemeinschaftsleben und der sozialen Struktur, setzt sich fort über die Verkehrssituation und den öffentlichen Raum, beschäftigt sich mit Landwirtschaft und Freizeitgestaltung, blickt auf Bauen, Wohnen und Energie und endet schließlich bei Gewerbe und Versorgung.

Auf zwei Ebenen will die Dorfgemeinschaft das Konzept umsetzen. Zum einen sind es kurzfristig und meistens ohne erheblichen finanziellen Aufwand umzusetzende Maßnahmen, zum anderen sind es Projekte, für deren Realisierung ein längerer Zeitraum erforderlich ist. Dazu gehört das Dauerthema Verkehr mit den gravierenden innerörtlichen Parkproblemen auf den zum Teil engen Straßen und der Situation auf der Katzemer Straße einschließlich der Anbindung an die Landstraße 19. Hier wie auch beim zweiten Langzeitprojekt, der Umgestaltung des Roten Platzes, will der Bezirksausschuss über politische Anträge die Stadtverwaltung zu Lösungsvorschlägen veranlassen.

Relativ zügig lassen sich andere Ideen umsetzen. So sind der Dorfgemeinschaft kostenlos vier großformatige Schilder angeboten worden, die an den Ortseingängen grüßen. Ebenso sollte es keinen großen Aufwand bedeuten, auf dem Roten Platz ein schwarzes Brett als Informationstafel für jedermann anzubringen. Simons Idee, Erinnerungstafeln an verstorbene Persönlich in der Nähe ihrer früheren Wohnorte oder an historisch bedeutsamen Gebäuden aufzustellen, könnte ebenfalls schnell verwirklicht werden.

Im Prinzip sei Kückhoven ein sauberer Ort, hat Karin Franken festgestellt, die im Auftrag der Dorfgemeinschaft mit wachem Blick über die Straßen gelaufen ist. Es gebe ausreichend Mülleimer, ein Dorn im Auge sind ihr nur die fehlenden Abfalleimer neben den Stationen mit Hundekotbeuteln und das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln auf dem Sportplatz. Hier sollte der Sportverein aufgefordert werden, die weitere „Verkippung“ zu beenden.

Noch mehr Grün in die Vorgärten zu bringen, ist ein weiteres Anliegen. Dieter Spalink hat sich auf die Suche nach grünen und steinernen Vorgärten gemacht und sieht eine Möglichkeit, durch einen Vorgartenwettbewerb „Kückhoven blüht auf“ eine Optimierung herbeizuführen. Zum grünen Ort soll auch das Naherholungsgebiet am Malter beitragen. Noch ist es für die Öffentlichkeit gesperrt, weil die Natur- und Angelfreunde, die dort ihr Domizil haben, momentan dabei sind, es wiederherzustellen. Ursprünglich einmal als Sammelbecken für Regenwasser angelegt, wurde vor Jahrzehnten ein Brunnen von 40 Metern Tiefe gebohrt, als der Grundwasserspiegel noch bei 26 Meter stand. Nachdem wegen des Tagebaus Garzweiler II unumstritten der Grundwasserspiegel gesunken und der Brunnen leergelaufen ist, verliert die Malter mehr und mehr an Wasser. Jetzt soll das 4000 Quadratmeter große Gelände erneut mit einem hohen finanziellen Aufwand saniert werden. RWE Power als Verursacher beteiligt sich mit einem großen Zuschuss, wie Simon sagte. Bei der Auftaktveranstaltung war eine Summe von 65.000 Euro genannt worden.

Weitaus kostengünstiger wäre ein neuer Jugendtreff. Dieser ist ein häufig an die Dorfgemeinschaft herangetragener Wunsch vieler Jugendlicher. Vorsitzender Jürgen Simon will deswegen das Gespräch mit der Kirchengemeinde suchen, die die dafür erforderlichen Räume besitzt und zur Verfügung stellen würde. Gesucht werden Erwachsene, die bereit sind, die Aufsicht zu übernehmen.

Hinsichtlich der weiteren baulichen Entwicklung von Kückhoven sieht die Dorfgemeinschaft lieber das Schließen von Baulücken als die Ausweisung zusätzlicher Baugebiete. Inzwischen sei der Ort so groß geworden, dass er fast nicht mehr in den traditionellen Nachbarschaften organisiert werden könne. Die Nachbarschaften sollten, so der Wunsch der Dorfgemeinschaft, als Organ sämtlicher Vereine sich neu aufstellen und ihren räumlichen Zuschnitt anpassen. Angepasst an das Bevölkerungswachstum sollen auch die Versorgungseinrichtungen in Kückhoven. Zusätzliche Geschäfte wie ein Drogeriemarkt oder eventuell ein erweitertes Nahversorgungszentrum mit einer Arztpraxis werden angestrebt.

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