Erkelenz: Bürger sollen Innenstadt mitgestalten

„Meine Heimat macht Zukunft“: Erkelenz 2030 – mitdenken, planen, gestalten

Mit den Angeboten auf www.erkelenz-2030.de wird es Bürgern ermöglicht, die Zukunftsplanung ihrer Heimatstadt mitzulenken.

Wie soll sich die Erkelenzer Innenstadt bis zum Jahr 2030 entwickeln? Soll alles so bleiben, wie es ist? Soll kein Stein auf dem anderen bleiben? Was ist zu verbessern, was kann bleiben? Die Antworten sollen nicht irgendwo im stillen Kämmerlein ausgebrütet werden. Die Antworten und die sich daraus ergebenen Planungen sollen in einem Handlungskonzept entwickelt werden, in dem die Bürger ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben sollen.

So lautet jedenfalls die Zielsetzung, die die Planungsgruppe MWM im Auftrag der Stadt Erkelenz verfolgt. Bei der Auftaktveranstaltung zur Schaffung eines „integrierten Handlungskonzepts“ im gut besuchten Alten Rathaus stellte Stadtplaner Bernd Niedermeier gemeinsam mit seiner Kollegin Anna Ruppert die von MWM in Gang gebrachte Planungsarbeit vor.

„Es ist wichtig, die Bürger mitzunehmen bei diesem Konzept“, meinte zuvor Bürgermeister Peter Jansen bei der Begrüßung. Die zum Teil 30 bis 40 Jahre alten Pläne für die Innenstadt müssten geändert, verworfen oder neu konzipiert werden, und das ginge nur mit einer intensiven Beteiligung der Bürger. „Stadt, Gesellschaft, Bedürfnisse und auch die Verkehrsanforderungen haben sich geändert.“ Diese Veränderungen müssten berücksichtigt werden bei einer Planung, wie die Stadt Erkelenz in 15 Jahren aussehen soll.

„Dabei gibt es in Erkelenz nicht die schlechteste Ausgangsposition“, meinte Niedermeier. Das hatten er und Ruppert bei einer Bestandsanalyse aus der Sicht externer Planer herausgefunden. Es gebe attraktive Stellen wie etwa den Franziskanerplatz oder den Markt, einige unattraktive Stellen und Orte, die mehr Aufmerksamkeit verdienen würden, wie etwa die Burg.

Ruppert lobte das vielfältige gastronomische Angebot, kritisierte aber auch die Disharmonie im Bereich des Kölner Tors, wo Gestaltung und Nutzung nicht zusammenpassten. Für sie ist es erstaunlich, dass es zum einem Leerstände an den Hauptstraßen gebe und zugleich „attraktive Geschäfte in Nischen zu finden“ seien. Die Planer wollten jedoch nicht zu sehr vorgreifen, sie munterten die Besucher auf, sich eigene Gedanken zu machen zu den drei Themen soziale Infrastruktur, öffentlicher Raum sowie Einzelhandel und Wohnen im Bereich der Innenstadt zwischen Bahnhof, Wilhelmstraße, Westpromenade, Ziegelweiher und Hermann-Josef-Gormanns-Straße.

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Die auf Kärtchen notierten Beiträge ergaben, nicht ganz unerwartet, kein einheitliches Meinungsbild. Der eine wollte mehr Geschäfte in der Innenstadt, der andere stattdessen mehr Wohnraum. Der eine monierte eine fehlende Begegnungsstätte, der andere sah ein attraktives, ausreichendes Angebot. Der andere will einen autofreien Markt, der andere dort kostenlose Parkplätze. Der eine will mehr Bäume im Straßenraum, der andere moniert den Wegfall von Stellplätzen zugunsten von Straßengrün.

Die Aufgabe von MWM ist es lediglich, die zum Teil konträren Ansichten zu bündeln und Schlüsse daraus zu ziehen. Das wird aber frühestens im Frühjahr sein, nach Abschluss einer Konzeptphase. An dieser können sich die Bürger per Internet beteiligen und an einer Planungswerkstatt teilnehmen können. „Wir stehen dann vor einem Abwägungsprozess der Interessen, wobei das Gemeinwohl die Hauptrolle spielt“, meinte Niedermeier.

Er, aber auch viele Redner bei einem kurzen Meinungsaustausch, stellten fest, dass nicht nur Rat und Verwaltung daran arbeiten können, die Innenstadt mit Blick auf 2030 zu überplanen. Da sind ebenfalls die Eigentümer von Immobilien gefordert. Was nützt aber die beste Planung und beste Absicht, wenn der Eigentümer nicht mitzieht? Das gilt nicht nur für die Privatleute, sondern auch für das Land NRW als Eigentümer des Alten Amtsgerichts.

Nach der Konzeptphase folgt die Programmanalyse, aus der sich ein Umsetzungsprogramm ergibt. Daraus sollen dann im November 2019 bewilligungsreife Maßnahmen ergeben, über die der Stadtrat beschließen kann.

Nach seinem Appell, viele sollten sich an der Planungsarbeit beteiligten, drückte Bürgermeister Peter Jansen den Startknopf, mit dem das Internetportal freigeschaltet wurde. Dort gibt es in Kürze die Möglichkeit zur Mitarbeit an der Planung von Erkelenz im Jahre 2030 unter dem Motto „Meine Heimat macht Zukunft“.

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