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Erkelenz: Bronze-Relief zeigt altes Kloster bei Haus Hohenbusch

Haus Hohenbusch bei Erkelenz : Bronze-Relief zeigt Kloster vor 1802

Bei der Jahresversammlung des Fördervereins Haus Hohenbusch wurde die historische Darstellung der alten Klosteranlage enthüllt und ihrer Bestimmung übergeben. Fertig wurde das Relief erst im letzten Moment.

Bis zuletzt hatte Künstler Michael Franke an dem ungewöhnlichen Bronze-Relief gearbeitet. Erst zwei Stunden vor der Jahresversammlung des Fördervereins Haus Hohenbusch war das spektakuläre Werk fertig geworden, das die Anlage mit dem ehemaligen Kreuzherrenkloster in der Zeit vor 1802 darstellt. Für die Gesamtkosten in Höhe von rund 20.000 Euro kommen der Landschaftsverband Rheinland (LVR), die Stadt Erkelenz sowie die Kreissparkasse Heinsberg als Sponsoren auf.

Als die Tagesordnung des aktuell 241 Mitglieder starken Vereins, der vor 20 Jahren gegründet wurde, abgearbeitet war, wurde das aus einer Fläche erhaben herausgearbeitete Bildwerk offiziell enthüllt und im Park seiner neuen Bestimmung übergeben. Wie der Vorsitzende Frank Körfer erläuterte, bildeten die Untersuchungen, die Studierende des archäologischen Instituts der Universität Köln im Rahmen ihres Forschungsprojekts durchgeführt hatten, die Grundlage für die Darstellung der kompletten Klosteranlage, wie sie früher ausgesehen hat.

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Dabei sei der Boden geröntgt worden, um festzustellen, welche Gebäude wie angeordnet gewesen seien. Das Konventgebäude bildete zusammen mit der Klosterkirche eine vierflügelige geschlossene Anlage, in deren Mitte sich der Kreuzgang befand. Eine Hinweistafel am Relief informiert über Kapitelsaal, Speisesaal, Schlafsaal, Schreibstube, Bibliothek, Gästezimmer sowie das Amtszimmer des Priors.

Die Klosterkirche wurde in der Zeit von 1630 bis 1634 im Spätbarock-Stil errichtet. Im eigenen Krankenhaus mit vier Krankensälen und einer eigenen Latrine pflegten die Kreuzherren kranke und bedürftige Menschen. Neben Klosterfriedhof und Barockgarten gehörten der große Wirtschaftshof mit Zehntscheune und Torhaus sowie der kleine Wirtschaftshof mit Waschküche, Backhaus und Brauerei zum Anwesen der Mönche, das sich heute im Eigentum der Stadt Erkelenz befindet.

Ein Lageplan und Informationen für blinde Besucher in Brailleschrift machen das Relief komplett, an dem Künstler Michael Franke viele Monate gearbeitet hat. Er habe zunächst Vorlagen gezeichnet, dann die einzelnen Gebäude mit dem 3D-Drucker angefertigt und anschließend aus Wachs modelliert, erläuterte er bei der offiziellen Präsentation.