Friedhofentwicklung in Erkelenz Borschemicher wollen Urnenwand

Borschemich · In Erkelenz wird derzeit viel über den Ausbau der Friedhöfe diskutiert. Den Borschemichern schwebt eine Lösung vor, die es so in Erkelenz noch nicht gibt.

Diese Betonstelen auf dem Borschemicher Friedhof erinnern an den Kreuzweg auf dem alten Friedhof. Hier könnten auch die Urnenwände entstehen.

Diese Betonstelen auf dem Borschemicher Friedhof erinnern an den Kreuzweg auf dem alten Friedhof. Hier könnten auch die Urnenwände entstehen.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Man wünsche auf dem Friedhof in Borschemich weder eine „bunte Kirmes“ noch ein verschlossenes Kolumbarium. Hans Wille Schulte fand deutliche Worte, als er bei der Sitzung des Bezirksausschusses Keyenberg/Venrath/Borschemich in der Gaststätte Bruns in Venrath bei einem Antrag der Dorfgemeinschaft Borschemich auf Errichtung von Urnenwänden auf dem Friedhof in Borschemich vortrug. „Eine breite Basis befürwortet das Schaffen dieser Beerdigungsform aus weithin bekannten Gründen“, zitierte er auf der Sitzung ein Schreiben von Heidi Kirsten, der Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft. Zum einem nehme der Trend zur Urnenbestattung immer mehr zu, zum anderen sei die Pflege von Grabstätte von Angehörigen oft nicht mehr zu leisten. In verschiedenen Sitzungen mit einem großen Beteiligtenkreis sei dieses Anliegen besprochen worden.

Schulte machte bei der Ausschusssitzung zunächst deutlich, was die Dorfgemeinschaft nicht auf dem Friedhof haben wollte. Die „bunte Kirmes“ bezog sich auf Urnenwände auf Friedhöfen, an denen echte und künstliche Blumen auf den Abdeckplatten angebracht und die Namen der Verstorbenen in unterschiedlichen Schriftgrößen und Schriftformen zu lesen sind. Auch möchten die Hinterbliebenen nicht vor verschlossenen Türen stehen, wenn sie die Grabstätten besuchen wollen. Dies sei in einigen Kolumbarien im Stadtgebiet der Fall. „Wir wollen schlichte Urnenwände, die sechs Meter lang sind und jeweils 18 Einstellmöglichkeiten bieten.“ Blumenschmuck oder Erinnerungszeichen soll es nicht geben. Als Beispiele zeigte Schulte dem Ausschuss Urnenwände von einem Friedhof auf Viersen und Urnenstelen, wie sie in Wegberg vorhanden sind.

„Wir haben in den Sitzungen der Dorfgemeinschaft ebenfalls Standort von Urnenwänden diskutiert und abgewägt“, meinte Schulte. „Wir würden den Aufbau von Urnenwänden an der Ostwand des Friedhofs präferieren, da hier die Möglichkeit von Aufbau, Pflege und Erweiterung im Gegensatz zur Innenwand der Aussegnungshalle bedeutend einfacher und vorteilhafter sind.“ Es werde eine schlichte Anlage bevorzugt, die für jeden zugänglich sei, so Schulte. An der Ostseite befinden sich bereits die die Erinnerungen an die Kreuzwegstationen auf dem Friedhof des ehemaligen Borschemich. Auf Betonsäulen wurden die entsprechenden Tafeln der einzelnen Stationen angebracht. Der Platz zwischen den Säulen biete sich nach Auffassung der Dorfgemeinschaft für die Urnenwände an. Je nach Bedarf können sie mit einfachen Mitteln errichtet werden.

Die Mitglieder des Bezirksausschusses befürworteten das Anliegen aus Borschemich einstimmig. Den entsprechenden Antrag wird die Ausschussvorsitzende Sabine Rosen zur Prüfung und Bearbeitung an die Stadt Erkelenz weiterleiten.

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