Erkelenz Erkelenz blickt nach oben

Erkelenz · Mit großem Aufwand und von vielen Menschen beobachtet ist am Donnerstagmorgen die Spitze des Lambertiturms abgehoben worden. Das rückte den Kirchturm "noch einmal stärker in das Bewusstsein der Menschen".

So wird die Spitze vom Lambertiturm in Erkelenz abgetragen
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So wird die Spitze vom Lambertiturm in Erkelenz abgetragen

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Die Glocken läuteten, als in Erkelenz die Spitze des Lambertiturms zur Sanierung zu Boden gelassen wurde. Hunderte Menschen schauten gestern vom Marktplatz und Johannismarkt aus zu. Ein 350-Tonnen-Kran war dazu am Vortag aufgebaut worden und hatte bereits gegen 8 Uhr den goldenen, vorerst zum letzten Mal in der Morgensonne glänzenden Hahn aus 83 Metern heruntergeholt.

Von einem "erhebenden Gefühl" sprach Pfarrer Werner Rombach, nachdem die zwölf Meter hohe und acht Tonnen schwere Spitze neben der katholischen Pfarrkirche auf einen vorbereiteten Betonsockel abgesetzt worden war. Dort wurde sie sofort fest verankert. Und auch die Gerüstbau-Firma stand bereit, um die Spitze einzurüsten. Zuvor hatte es spontanen Applaus für die gegeben, die an der Aktion beteiligt waren — dazu zählte das Team des Kran-Unternehmens Schares und die das Projekt begleitenden Architekten Dr. Arno und Heinrich Lennartz. Schares-Vertriebsleiter Eric Reichmann lobte später die Vorbereitung des Projekts: "Toll, wenn die Planung so gut funktioniert."

In den nächsten Monaten wird die Turmspitze neben der katholischen Pfarrkirche saniert. Dasselbe passiert mit der restlichen Turmhaube, die nicht abgehoben wurde. Kriegsschäden, die nach dem Zweiten Weltkrieg nur notdürftig saniert wurden, werden jetzt behoben. Da die Turmspitze aus nicht verschweißbarem Stahl ist, müssen die Ersatzteile eingeschraubt werden, so wie gestern viele Schrauben gelöst werden mussten, um die an acht Seilen hängende Spitze abheben zu können.

Weihnachten mit saniertem Turm

Weihnachten, hofft Pfarrer Rombach, seine Gemeinde wieder ohne Baustelle in der Kirche begrüßen zu können. Er erklärte: "Die Turmspitze und der Turm sollen bis Ende Oktober restauriert sein, danach wird die Spitze wieder mit einem Kran nach oben gehoben. Und in der Adventszeit soll das Gerüst abgebaut werden." Zwischenzeitlich bleibe der Turm in der Dunkelheit weiter angestrahlt, "damit die Menschen sehen können, was sich dort tut".

Dass der Kirchturm die Menschen in Erkelenz interessiert, war gestern zu erleben. Zu Hunderten waren sie gekommen. Von der Gemeinde konnten sie Getränke und Frühstücksbrötchen kaufen (der Erlös ist für die Turmsanierung). Sie konnten sich beim Heimatverein der Erkelenzer Lande über die Geschichte des Kirchturms informieren oder bei der Kreissparkasse Heinsberg die Lambertiturm-Armbanduhren kaufen. Vor allem aber schauten sie zu, als sich die Spitze um 10.43 Uhr in Bewegung setzte. "Die Restaurierung rückt unseren Kirchturm noch einmal stärker in das Bewusstsein der Menschen — das freut mich. Und ich verspüre in der Gemeinde eine Aufbruchstimmung — alle freuen sich auf den Herbst, wenn die Turmsanierung zu Ende geht", sagte Pfarrer Werner Rombach. Diese Stimmung, hoffe er, werde sich die Kirchengemeinde danach bewahren.

(RP)