Erkelenz: Bestattungshaus Stefanie Wehe ändert Namen und besteht seit zehn Jahren

Erkelenzer Bestattungshaus Stefanie Wehe : „Ich habe gelernt, Menschen bei ihrer Trauer zu begleiten“

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens heißt das Erkelenzer Bestattungshaus von Stefanie Wehe nun „Stefanie Wehe Bestattungshaus“. Wehe hat zudem ihre Meisterinnenprüfung abgelegt.

Der Regenbogen ist ein farbenfroher Blickfang, ein natürliches Phänomen, das strahlt und vergeht. In seiner Vergänglichkeit hat er auch Symbolkraft: „Der Regenbogen symbolisiert das Lächeln des Himmels, schenkt Hoffnung und erinnert uns daran, dass die Sonne später wieder scheint“, sagt Stefanie Wehe in ihrer Philosophie über den Regenbogen. Die Vergänglichkeit des Lebens; die grauen Tage der Trauer und der Trübsal: damit hat die Frau in ihrem Beruf als Bestatterin tagtäglich zu tun. „Wir schlagen eine Brücke mit sanften Farben, um das Tor für einen neuen Weg zu öffnen.“ Sie spricht immer in der Mehrzahl, denn nicht nur sie, sondern auch ihr Bruder Michael Wehe ist mit ihr in dem Familienbetrieb tätig.

Seit zehn Jahren betreiben die beiden ihr Bestattungsunternehmen an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße in Erkelenz. Pünktlich zum Jubiläum absolvierte Stefanie Wehe ihre Meisterprüfung und darf sich jetzt Bestattermeisterin nennen. Zugleich war das zehnjährige Bestehen ein Anlass, den Namen des Unternehmens zu ändern, der noch deutlicher macht, dass die Geschwister Stefanie und Michael Wehe federführend sind: Ab sofort heißt es „Stefanie Wehe Bestattungshaus“. Michael Wehe bringt es auf den Punkt: „Mit dem neuen Titel kommt auch der neue Name.“

Nachdem die Geschwister bereits rund zehn Jahre lang im Bestattungswesen tätig waren, gründeten sie 2009 ihr eigenes Unternehmen. Seit der Gründung hat es seinen Sitz an der Hermann-Josef-Gormanns-Straße schräg gegenüber der evangelischen Kirche. „Mit einer perfekten Arbeitsteilung“, wie Stefanie Wehe verrät. „Mein Bruder ist für die praktische Arbeit zuständig, ich kümmere mich um die Betreuung der Hinterbliebenen und beschäftige mich mit den Familien der Verstorbenen.“

Behutsam bauten sie das Bestattungshaus auf und aus. „Ich bin nie den leichtesten Weg gegangen“, sagt die Bestattermeisterin, die vor ihrer Meisterprüfung in diesem Jahr auch noch die Prüfung zur Bürokommunikationsfachwirtin für das Bestattungsgewerbe abgelegt hat. Auf ihren beruflichen Werdegang ist sie durchaus stolz. Sie ist eine der wenigen Bestatterinnen in Deutschland mit dieser Qualifikation, die obendrein ihr eigenes Unternehmen leitet und die als einzige Frau im Kreisgebiet den Meistertitel als höchsten Abschluss in dieser Branche erlangt hat.

Ein neuer Name, ein neuer Titel, „aber nach wie vor intensive Betreuung für die Hinterbliebenen und respektvoller Umgang mit den Verstorbenen“, wie Stefanie Wehe betont. „Der Tod wartet auf uns ab dem Moment, in dem wir geboren werden. Er gehört natürlich zu unserem Leben.“ Der Tod könne ein Freund sein, das Ereignis, das den Menschen über die Regenbogenbrücke führt. Nicht der Tod an sich mache den Menschen Angst, glaubt die Bestattermeisterin: „Es ist vielmehr das Sterben.“ Die Ungewissheit vor dem plötzlichen Ende oder die Angst vor einer langen, schleichenden, lebensbeendenden Krankheit verängstigen viele Menschen.

Auch nach den vielen Berufsjahren geht es Stefanie Wehe immer noch nahe, wenn der Tod unerwartet kommt, ein Kind unerwartet aus den Schoß einer Familie gerissen oder ein Unfall das Leben eines jungen Vaters jäh beendet. „Das ist auch gut so“, sagt die Bestattermeisterin. „Ich trauere mit den Menschen. Aber ich habe auch gelernt, sie bei ihrer Trauer zu begleiten.“

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