Aufführung in Erkelenz Berliner Kriminaltheater beweist Spontanität

Erkelenz · Weil der Hauptdarsteller krank war, haben die Berliner Schauspieler am Donnerstag in Erkelenz kurzweg ein anderes Stück gespielt. Gefallen hat es trotzdem.

 Katrin Martin als Veronica und Vincent Lyssewski als Manfred spielten „Der Enkeltrick“ von Frank Piotraschke.

Katrin Martin als Veronica und Vincent Lyssewski als Manfred spielten „Der Enkeltrick“ von Frank Piotraschke.

Foto: Ruth Klapproth

Eine sehr spontane Programmänderung aufgrund der Erkrankung des Hauptdarstellers des Stücks „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ des Berliner Kriminaltheaters, sorgte dafür, dass die Zuschauer in der gut gefüllten Erkelenzer Stadthalle am Donnerstagabend nun nicht Zeugen einer Papstentführung, sondern eines ausgefuchsten Betrugs wurden. Doch auch das trübte die große Vorfreude des Publikums auf die bevorstehende Veranstaltung nicht.

Das Theaterstück „der Enkeltrick“ behandelt ein sehr aktuelles Thema in unserer Gesellschaft und erzählt von der leider sehr weitverbreiteten Betrugsmasche, bei der die Betrüger ältere Menschen kontaktieren und sich für deren Enkel beziehungsweise nahe Verwandte ausgeben, um Zugang zu den finanziellen Mitteln der Senioren zu erhalten und diese an sich zu reißen. Das Zwei-Personen-Stück zog das begeisterte Publikum rund zwei Stunden mit viel ausgiebigem Gelächter in seinen Bann.

„Der Enkeltrick“ erzählt eine absurde, unterhaltsame und dennoch vielschichtige Geschichte einer zerrütteten Familie bei der sich die Großmutter Veronica, gespielt von Katrin Martin, nach rund 16 Jahren Funkstille mal wieder bei ihrem Enkel Manfred, gespielt von Vincent Lyssewski, meldet um eine „finanzielle Angelegenheit“ zu besprechen. Sie verkündet Manfred zu ihrem Alleinerben zu machen, allerdings beinhaltet die Krimi-Komödie von Frank Piotraschke noch einen sehr interessanten Plottwist.

Ganz nach dem Motto „die Alten schlagen zurück“ nimmt die Geschichte rund um Veronica (Katrin Martin) und Manfred (Vincent Lyssewski) eine unerwartete Wendung und die Situation gerät völlig außer Kontrolle, als Manfred im Keller seiner Großmutter die Leiche seines Freundes entdeckt, der zuvor versucht hatte, Veronica mit einer kreativen Masche um 10.000 Euro zu betrügen.

„Das ist mein Keller. Denkst du allen Ernstes, ich wüsste nicht, was da für Leichen rumliegen?“, fragt Veronica trocken, nachdem ihr Enkel ihr von dem toten Mann am Fuße der Kellertreppe berichtet. Nun sollte der komplett entgeisterte und aufgeschmissene Manfred seiner Oma bei der Entsorgung der Leiche behilflich sein. Dabei verletzt er sich mit der Waffe seiner Großmutter selbst und stürzt bei dem Versuch, die Position der Leiche zu verändern, die Treppen hinunter und ist direkt „mausetot“. Daraufhin kontaktiert Veronica nun ihren anderen Enkel, um ihn mit der gleichen Masche dazu zu bewegen, ihr mit ihrem „Problem“ zu helfen.

Trotz der spontanen Änderung des Programms freue er sich über einen erfolgreichen Abend, sagt der Erkelenzer Kulturmanager Sascha Dücker. Zudem verkündet er: „Ich habe das Stück der Papstentführung in die übernächste Spielzeit eingebaut. Also müssen Sie alle noch mal wieder kommen“.

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