Erkelenz befragt Bürger zur Mobilität

Erkelenz befragt Bürger zur Mobilität : In Bewegung – aber wie?

Das Thema Mobilität der Zukunft ist in vieler Munde. Auch Erkelenz möchte seinen Bürgern gleichermaßen flexible und umweltfreundliche Möglichkeiten bieten. Dazu startet die Stadt jetzt eine Haushaltsbefragung.

Wie und womit bewegen sich Erkelenzer Bürger heute von A nach B? Wann sind sie mit Auto, Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs und wie stellen sie sich die Zukunft der Mobilität in ihrer Stadt vor? – Mit einer Haushaltsbefragung vom 18. September bis 11. Oktober möchte sich die Stadt ein Bild darüber machen, wie die Erkelenzer aktuell unterwegs sind und wo künftig noch Lücken zu schließen sind.

Natürlich geht es dabei nicht nur um die Qualität der Straßen für „klassische“ Autofahrer, ein gutes Radwegenetz und kundengerechtes Busangebot, auch neue Entwicklungen in Sachen Mobilität von E-Fahrzeugen und E-Bikes (samt zugehöriger Lade-Infrastruktur) bis hin zum Caresharing sollen dabei in den Blick kommen. Wie groß ist das Interesse der Bürger an solchen Alternativen? Mit dem Erka-Bürgerbus hat die Stadt schließlich schon gute Erfahrungen gemacht.

Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg und Nicole Stoffels vom Stadtmarketing stellten im Pressegespräch jetzt das Konzept des von der Stadt beauftragten Büros „Planersocietät“ für die repräsentative Haushaltsbefragung vor. In diesen Tagen nämlich flattern 5500 per Zufallsstichprobe aus den Einwohnermelderegistern gezogenen Haushalten in allen Erkelenzer Stadtteilen schriftliche Einladungen zur Teilnahme an der Befragung ins Haus. Alle angeschriebenen Haushalte können sich wahlweise online (per Zugangscode), postalisch (durch Ausfüllen von Papierfragebogen; mit Rückumschlag) oder per Telefon beteiligen.

„Natürlich ist die Teilnahme freiwillig, die Daten werden anonym erhoben“, betont Julian Scheer von „Planersocietät“. Und Ansgar Lurweg wirbt: „Je höher die Beteiligung, desto breiter die Faktengrundlage, und desto besser kann die Stadt bei ihrer Verkehrsplanung auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen. Je mehr Bürger sich beteiligen, desto besser werden die Ergebnisse.“ Belastbare Ergebnisse würde schon eine Rücklaufquote von 12 bis 15 Prozent erbringen, was der Beteiligung von 1600 Personen entspräche, erläutert Julian Scheer, der sich natürlich mehr wünscht.

Zeit sollten die Teilnehmer freilich schon investieren, denn der umfangreiche Fragenkatalog besteht aus drei Teilen: Fragen zum jeweiligen Haushalt, etwa der Zahl der Personen, Lage/Stadtteil, Fahrzeugausstattung oder Entfernung zur nächsten Bushaltestelle. Personenfragebögen richten sich an jedes einzelne Haushaltsmitglied, dabei geht es um die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel, Informationen über das bestehende Angebot, Anregungen und Kritik zu Mobilitätsangeboten und Verkehrsplanung. Den dritten Teil sieht Lurweg als „den spannendsten Teil“ der Erhebung an, „weil darin das tatsächliche Nutzungsverhalten an einem bestimmten Stichtag dokumentiert wird“. Die Bürger sollen auflisten, wie sie an diesem bestimmten Tag unterwegs waren, also eine Art Wegeprotokoll erstellen. Ausgewählt wurden dafür bewusst „normale“ Werktage, also keine Markttage, Samstage oder Feiertage, erläutert Scheer.

Die Befragung passe in das Bestreben der Stadt, umweltfreundliche Mobilität zu fördern, betont Lurweg. Immerhin steht gerade die Verlängerung der Mitgliedschaft der Stadt in der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Kreise und Gemeinden in NRW“ (AGFS) an, der Erkelenz seit immerhin sieben Jahren angehört. Auch an das Klimaschutzkonzept der Stadt und das Integrierte Handlungskonzept erinnert Lurweg, die beide auf zukunftsfähige Mobilitätskonzepte setzen. Deshalb ist die Haushaltsbefragung auch an Standards der AGFS orientiert.

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