Erkelenz: Auftritt der Frauenchöre Rjabinuschka und Katjuscha in Leonhardskapelle

Deutsch-russische Frauenchöre in Erkelenzer Leonhardskapelle : Beim Lied „Kalinka“ gab es kein Halten mehr

Der deutsch-russische Frauenchor Rjabinuschka begrüßte in seinem Herbstkonzert den Gastchor Katjuscha. Sie besangen die verlorene und neue Heimat.

Unter dem Motto „Freunde singen zusammen“ stand das Herbstkonzert des deutsch-russischen Frauenchors Rjabinuschka in der Leonhardskapelle. Dazu eingeladen hatte er außerdem den Chor Katjuscha aus Wickrath. Als gute Gastgeber ließ Rjabinuschka den zehn Sängerinnen von Katjuscha den Vortritt. Unter der Leitung von Tanja Lutz konzentrierte sich der vor 15 Jahren gegründete Chor auf traditionelle russische Lieder. Vom Lieben und Sehnen, vom Leiden und Sterben; eben vom Leben, sang Katjuscha. Mit der Verstärkung ihrer Gastgeber präsentierte Katjuscha sein Abschiedslied, bevor die Bühne voll und ganz Rjabinuschka gehörte. Die 16 Mitglieder stellten sich zur Melodie von My Way“ in einem deutsch-russischen Gesang vor. Das Lied gab die Antwort auf die rhetorische Frage der Chorleiterin Nadeshda Reder: „Was bedeutet der Chor für uns?“ Der Chor ist für die Frauen Heimat geworden, er erinnert sie in seinen Liedern an die aufgegebene russische Heimat, singt zugleich ein Loblied auf die neue Heimat in Erkelenz und schlägt die Brücke zwischen den Welten und Kulturen. Das Publikum sang, tanzte, klatschte und lachte, auch wenn nicht alle russischen Texte verständlich sind. Es sei schließlich ein Mitmachkonzert, wie Tanja Lutz erklärte. „Alles im Leben hat seine Zeit“, sang Rjabinuschka schließlich und holte dabei die Generation der Enkelkinder auf die Bühne. Mit den Mädchen zusammen erklang das optimistische Lied „Liebe das Leben“. Begleitet wurde Rjabinuschka wie schon seit der Gründung vor mehr als einem Vierteljahrhundert von Willi Zacher. Dank der Jubiläumsfeier kann er nunmehr auf einem neuen Bajan, der russischen Version einen Akkordeons, für Rhythmus und Ton sorgen.

Selbstverständlich endete das unterhaltsame und kurzweilige Konzert mit einem zweiten gemeinsamen Auftritt von Rjabinuschka und Katjuscha. „Wenn es Nacht wird in der großen Stadt Moskau“ wurde auf deutsch-russisch vorgetragen, bevor die Chöre stimmgewaltig und das Publikum zum Mitmachen animierend „Kalinka“ performten. Mit einem „Dankeschön“ zogen sie von Applaus begleitet von der Bühne ab, um ganz im Sinne der Freundschaft noch beieinander zu sitzen, zu essen, zu trinken und – gemeinsam zu singen.