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Erkelenz: Architekt Thomas Duda aus Bergisch Gladbach gewinnt Wettbewerb um Mehrzweckhalle

Architektenwettbewerb für Umsiedlungsorte beendet : Neue Mehrzweckhalle soll Heimat bieten

13 Architekten haben Vorschläge eingereicht, wie die künftige Mehrzweckhalle für Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich aussehen soll. Thomas Duda aus Bergisch Gladbach gewann den Wettbewerb.

Mehrzweckhalle und Kirche werden ein Ensemble bilden, obwohl sie von unterschiedlichen Architekten entworfen worden sind. Es macht den Siegerentwurf im Architektenwettbewerb für die Mehrzweckhalle aus, der jetzt gekürt wurde, dass er städtebauliche und architektonische Bezüge zur Kirche herstellt, deren Gestaltung vor einigen Monaten aus einem ähnlichen Wettbewerb hervorgegangen war. Beide Gebäude sollen gemeinsam das künftige Herz von Keyenberg, Kuckum, Berverath, Ober- und Unterwestrich bilden, die derzeit tagebaubedingt an einen neuen Ort zwischen Borschemich und Rath-Anhoven umgesiedelt werden.

„Die Kirche hat mit ihrem Gebäude das Zitat eines rheinischen Vierkanthofes gewählt. Und wir sind der Meinung, dass zwei stärker sind als einer und wollen deshalb mit unserem Entwurf den Dialog mit der Kirche führen“, erklärte Architekt Thomas Duda, 1969 geboren in Bergisch Gladbach, der den Wettbewerb um die Mehrzweckhalle gewonnen hat. „Das gibt Kraft.“ So könnten eine neue Ortsmitte, Heimat und Heimatgefühl entstehen. „Wir wollen Identitätsstiftung ermöglichen für Menschen, die für den Tagebau umsiedeln müssen. Ihnen wollen wir mit unserem Gebäude helfen, eine neue Heimat zu finden.“

Für den Umsiedlungsort gibt es eine Mehrzweckhalle. Diese Aussage klingt profan, sachlich, technisch. Das wollten die Jury und die Organisatoren des Architektenwettbewerbs, zu dem es 13 Einreichungen gab, nicht. Das machten Aysin Ipehci und Simon Hubacher deutlich. Gesucht worden sei ein Gemeinschaftshaus und weniger eine Mehrzweckhalle mit sportlichem Charakter wie im benachbarten Borschemich, allein schon um Konkurrenzen zu vermeiden. Erhofft habe man sich einen Vorschlag, der die Lage im Ortsbild prägenden Grünzug und gegenüber der künftigen katholischen Kirche aufgreife. Thomas Duda aus Bergisch Gladbach habe diesen geliefert.

Das Gebäude wird in der Grundfläche etwas größer als die Kirche sein, dafür niedriger. Es greift Fluchten der Kirche auf, verschiebt diese aber um den künftigen Dorfplatz herum, so dass Raum für Begegnung – und den täglichen Straßenverkehr – entsteht.

Das Gebäude bietet eine hohe Variabilität im Raumangebot. Es lässt Platz für den umgebenden Grünzug und integriert darin zwei Wiesen, die für Feste genutzt werden können. Es öffnet sich durch Fenster nach außen, besitzt aber auch einen Innenhof.

„Unsere Idee ist es, mit dem Gebäude eine Vielfalt an Möglichkeiten zu eröffnen, um Leben am neuen Ort entstehen zu lassen“, erklärte Thomas Duda. Das überzeugte die Jury, in der Fachpreisrichter ebenso saßen wie Vertreter der Erkelenzer Stadtverwaltung und der Umsiedlungsdörfer. Für sie erklärte Aysin Ipehci: „Wir werden ein gelungenes Ensemble mit der Kirche gegenüber erhalten, das miteinander funktioniert.“