Erkelenz: Anwohner möchten in Venrath zu groß gewachsene Bäume ersetzen lassen

Fällen und ersetzen? : Straßenbaum-Diskussion in Venrath

Nach Beschwerden von Anwohnern und einer Diskussion im Bezirksausschuss soll ein Ortstermin klären: Stehen in Venrath innerorts Bäume zu nahe an den Häusern und können sie durch kleinere Bäume ersetzt werden?

Einige Anwohner an den innerörtlichen Straßen in Venrath empfinden die Bäume als zu groß, als störend oder sogar als gefährlich. So war es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu hören, und so wurde es von Venrathern in einem Brief an ihren Bezirksausschuss formuliert.

 Deshalb besuchte Stefan Heinrichs, der Leiter des Erkelenzer Grünflächenamtes, jetzt dessen Sitzung, um die Sicht der Stadt Erkelenz zu erklären: „Unsere Aufgabe ist es, Bäume zu pflegen. Sie zu fällen, kommt nur in Frage, wenn sie krank sind – oder sollte es dazu einen politischen Beschluss geben.“ Einen solchen anregen wollte der Bezirksausschuss für Venrath, Keyenberg und Borschemich, jedoch forderte er die Stadtverwaltung zu einem Ortstermin mit den Bürgern auf, um die Situation detailliert zu betrachten und bewerten.

„Die Situation haben wir nicht nur in Venrath, wo tatsächlich einige Bäume zu nahe an Gebäuden stehen“, sagte Heinrichs. Er können die Beschwerden der Anlieger über Laub und Lichtmangel verstehen: „Handeln können wir aber nur, wenn beispielsweise eine Gefahr für angrenzende Gebäude besteht.“ Die jedoch sehe die Stadt Erkelenz und ihr Baumpfleger derzeit nicht. „Vorhandene Bäume müssen Anwohner mit ihren Nachteilen – wie Laub und Früchte – hinnehmen. Und im Zweifel sind sie auch dazu verpflichtet, das Laub zu entfernen.

Die Kronen zu kappen, ist auch keine Lösung, weil das die Bäume schädigt“, erklärte der Grünflächenamtsleiter und erinnerte: „An anderen Stellen in Erkelenz gibt es Forderungen, mehr Bäume in die Stadt zu holen.“ Die zur Diskussion stehenden Bäume dürften gar nicht an den Straßen in Venrath stehen, erinnerter Rainer Merkens. In den Jahren 1989/90 seien diese fälschlicherweise gepflanzt und nicht mehr gegen die vorgesehene Baumart ersetzt worden. Die Ahorne seien zu groß für die Pflanzbeete, die zudem aufgrund der Situation im Boden sehr tief und trichterförmig in Beton angelegt worden seien: „Ich rege den politischen Beschluss an, die großen Ahorne gegen kleinwüchsige Bäume wie in Holzweiler zu ersetzen.“

Dass die Venrather nicht auf Grün an ihren Ortsstraßen verzichten wollen, erklärte ein Anwohner. Sie würden die Stadt Erkelenz jedoch darum bitten, die aus ihrer Sicht zu großen Bäume zu entfernen und durch kleinere, vielleicht blühende Bäume zu ersetzen: „Die Ahornbäume sind durch den Schnitt verunstaltete dicke Kraken, die teils nur knapp zwei Meter von den Gebäuden entfernt stehen. Wir haben Schäden in den Gehwegen und Straßen sowie Laub und Lichteinbußen. Wir möchten den Dialog mit der Stadt und den politisch Verantwortlichen und nicht klagen. Deshalb bitten wir um politische Hilfe und ein Konzept für die Straßenbäume in unserem Ort.“

Dass „von Fall zu Fall beraten und entschieden werden sollte“, äußerte Ausschussvorsitzender Hans Josef Dederichs. Dass etwa acht bis zehn aller Straßenbäume in Venrath als problematisch empfunden würden, ergänzte Merkens. Ein Gesamtkonzept, über das die Bäume gefällt werden, halte er für politisch problematisch, betonte Dederichs, erkannte gleichwohl aber an: „Wir müssen eine Situation schaffen, mit der alle einverstanden sind.“

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