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Erkelenz: Anwohner aus Wockerath wenden sich mit Petition gegen Zeelink-Pipeline an den NRW-Landtag

Wockerather wollen größeren Abstand zum Dorf : Petition an Landtag gegen Pipeline

Anwohner aus Wockerath haben eine Petition an den Landtag NRW gerichtet. Sie sind gegen die Erdgas-Pipeline, die am Dorf vorbei gebaut werden soll. Thomas Schnelle (CDU) nahm die Petition am Montag entgegen.

166 erwachsene Wockerather haben eine Petition unterschrieben, mit der sie sich gegen die geplante Zeelink-Pipeline wenden, die an dem 260-Einwohner-Dorf vorbei verlegt werden soll. Montagmittag übergaben sie diese an Thomas Schnelle (CDU) als ihren Landtagsabgeordneten mit der Bitte, sie im Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags zu behandeln.

Die Zeelink GmbH & Co. KG plant, bis 2021 eine 215 Kilometer lange Erdgasfernleitung zu errichten, um von L-Gas, dessen Fördermenge zurückgeht, auf H-Gas umzustellen. Die Pipeline verläuft zumeist entlang vorhandener Infrastruktur wie Autobahnen und Stromtrassen von Lichtenbusch bei Aachen bis ins münsterländische Legden. Die Pläne dazu hatte das Gemeinschaftsunternehmen der Open Grid Europe GmbH und der Thyssengas GmbH 2017 unter anderem auf 16 öffentlichen Dialogmärkten entlang der geplanten Trasse vorgestellt, unter anderem in Erkelenz. Daran angeschlossen hatte sich ein formelles Verfahren, das im Regierungsbezirk Köln im Januar dieses Jahres mit dem Planfeststellungsbeschluss beendet worden war.

Kritik an dem Verfahren äußerte am Montag Manfred Grandek aus Wockerath, der die Petition mit fast 100 weiteren Anwohnern an Thomas Schnelle überreichte. „Wir haben versucht, Alternativen bei Zeelink zu erreichen. Wir haben im formellen Verfahren bei der Bezirksregierung Köln Stellung bezogen“, berichtete Grandek an den Landtagsabgeordneten gerichtet. Antworten jedoch habe man keine erhalten. Mit den Sorgen der Anwohner habe sich niemand befasst. Auch andernorts nicht: „Wir haben alle Parteien aus dem Erkelenzer Stadtrat angemailt, außer den Freien Wählern hat aber niemand geantwortet. Wir haben Naturschutzvereine kontaktiert. Auch das war vergebene Liebesmühe. Wir sind unter die Räder der Wirtschaftspolitik gekommen.“

Konkret geht es den Wockerathern darum, dass die Pipeline aus ihrer Sicht zu nah am Ort verlaufen soll. Sie fordern einen Abstand von mindestens 300 Metern. An den Ortseingängen haben sie dazu plakatiert: „Keine Gasleitung durch unsere Heimat!“ Grandek erläuterte die Sorgen: „Gefahren für die Pipeline bestehen bei uns aufgrund der Sümpfung für den Braunkohlentagebau und weil wir eine Erdbebenregion sind und auf dem sogenannten Wegberger Sprung liegen.“ Würde die Pipeline beschädigt, meinte er, sei „die Kraft stärker als von der Atombombe von Hiroshima“. Außerdem seien weder Feuerwehren noch Krankenhäuser für solche Schadenssituationen ausgestattet. Jetzt, wo alle Genehmigungsverfahren abgeschlossen seien, „ist das einzige, was uns bleibt, eine Petition an den Landtag zu richten“.

Diese nahm Thomas Schnelle mit dem Versprechen entgegen, sie an den Petitionsausschuss weiterzureichen, dem er selbst angehört. Er betonte aber auch, dass er von den Verantwortlichen bisher immer gehört habe, dass die geplante Pipeline sicher sei. „Wir werden uns im Petitionsausschuss von den zuständigen Ministerien, von der Bezirksregierung und vom Geologischen Dienst berichten lassen und wir werden prüfen, ob in dem Verfahren alles richtig gelaufen ist und ob die aus Wockerath vorgebrachten Argumente und Alternativen ordnungsgemäß behandelt worden sind“, erklärte Schnelle. Dies werde Zeit in Anspruch nehmen: „Bis zum Jahresende werden wir einen Beschluss gefasst haben. Ob an den Plänen aber noch etwas zu ändern ist, kann ich heute weder sagen noch versprechen.“