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Erkelenz: An Haus Hohenbusch betreut Imker Rüdiger Meiritz betreut zwei Bienenvölker

Imker an Haus Hohenbusch : Kindern Angst vor Bienenstich nehmen

Hinter dem Herrenhaus von Haus Hohenbusch wohnen zwei Völker mit 40.000 Bienen und je einer Königin. Imker Meiritz führt auch Kinder an die Insekten heran. Außerdem pflanzt die Biologin Christiane Leonhards-Schippers neue Pflanzen im Kräutergarten.

Die komplette Honig-Ernte des vergangenen Jahres schenkte er dem Förderverein Haus Hohenbusch, der die Produktion der summenden Insekten in Gläser abgefüllt hat, die sonntags in der Zeit von 13 bis 18 Uhr auf dem weitläufigen Areal verkauft werden. Rüdiger Meiritz, im Hauptberuf Elektriker, betreut zwei Bienenvölker mit insgesamt rund 40 000 Bienen und jeweils einer Königin, die hinter dem ehemaligen Herrenhaus eine neue Bleibe gefunden haben.

Zwischen Insektenhotel und Wildblumenwiese schwirren die kurzlebigen Hohenbusch-Bewohner, die im Sommer keine sechs Wochen alt werden. Der Erkelenzer Hobby-Imker möchte aber nicht nur für den Ertrag aus den Waben begeistern. Im „grünen Klassenzimmer“, dem außerschulischen Lernort auf dem Gelände des ehemaligen Kreuzherrenklosters, erklärt Meiritz Grundschülern aus der Erka-Stadt, warum man eigentlich gar keine Angst vor Bienen haben muss: „Sie stechen nur in der höchsten Not, weil sie dabei eine Verletzung erleiden, die tödlich ist.“ Und so fassen die kleinen Besucher schnell Vertrauen, nähern sich den Bienenstöcken, nehmen die hölzernen Rahmen mit den Honigwaben mutig in die Hand.

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Imker Rüdiger Meiritz und der Vorstand des Hohenbusch-Fördervereins hoffen, dass sie schon bald wieder Kinder und ihre Lehrer auf dem einzigartigen Gelände empfangen können, um ihnen bei dieser Gelegenheit die Natur näher zu bringen. Der gesamte Erlös aus der Honig-Produktion sei für den neuen Kräutergarten bestimmt, der zurzeit an der rückwärtigen Fassade des Herrenhauses entsteht, erklärt Vorsitzender Frank Körfer. Auch sein Stellvertreter Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter der Stadt Erkelenz, ist sichtlich stolz auf das ungewöhnliche Vorhaben, mit dem die Hohenbuscher Außenanlagen nach und nach angereichert werden sollen. „Wir wollen hier ein schönes Ambiente schaffen“, sagt Lurweg. Wenn alles fertig ist, erstrahlt das altehrwürdige Gebäude im neuen Glanz – die hintere Fassade soll dann sogar in den Abendstunden illuminiert werden.

Biologin Christiane Leonards-Schippers macht kleine und große Besucher auf Hohenbusch mit der vielfältigen Pflanzenwelt bekannt. Insgesamt 33 anerkannte Heilpflanzen nach Äbtissin Hildegard von Bingen sind schon jetzt im „alten“ Kräutergarten zu entdecken. Wenn der neue Kräutergarten fertig ist, sollen es sogar 36 verschiedene Heilkräuter plus vier Duft- und Riechgewächse sein. „Das wird besonders für Kinder sehr interessant“, glaubt die Biologin. Gummibärchenblume, Mohnbrötchenpflanze, Vanilleblume und Schweißfußpflanze werden im Kräutergarten angebaut und warten darauf, ihren ungewöhnlichen Duft zu verbreiten. Sie verspricht den Heilpflanzen an ihrem neuen Ort mehr Lebensraum und Lebensqualität. So würden die Heilkräuter künftig nicht mehr „eingepfercht in engen Metallbottichen“. Die Wirkstoffe der Pflanzen seien in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen worden. Das bestehende Sortiment werde, so Leonards-Schippers, unter anderem erweitert um Kapuzinerkresse, die auch als Goldbaldrian bekannte Schweißfußpflanze, die leuchtend gelb von Mai bis Juli blüht, und den Purpursonnenhut, der „etwas ganz Besonderes“ sei. Wie die Kamille gehöre sie zur Familie der Korbblütler. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts spiele er in der Naturheilkunde eine herausragende Rolle und werde vor allem zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Christiane Leonards-Schippers: „Seine Inhaltsstoffe hemmen sogar Influenza-Viren.“