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Erkelenz: Altes Rathaus am Markt soll Aufzug bekommen

Baubeschluss für Altes Rathaus Erkelenz geplant : Ratssaal bald mit Aufzug erreichbar

Im Alten Rathaus will der Stadtrat am Mittwoch beschließen, das historische und für die Stadtgesellschaft wichtige Gebäude mit einem Aufzug barrierefrei zu erschließen. Die Pläne dazu wurden im Bauausschuss erläutert.

Mit einem Baubeschluss will der Rat der Stadt Erkelenz am Mittwochabend beschließen, das Alte Rathaus barrierefrei zu erschließen. Momentan sind zwei mal zwei Stufen zu überwinden, um überhaupt erst einmal in das Treppenhaus zu gelangen. Einen Aufzug in den Sitzungssaal im ersten Obergeschoss gibt es nicht. Im Haushalt sind für den Umbau 325.000 Euro bereitgestellt. Fördermittel wurden zusätzlich beim Land Nordrhein-Westfalen beantragt.

„Das denkmalgeschützte Gebäude besitzt vier Ansichtsseiten und steht als Solitär auf dem Markt – allein schon deshalb ist es für die Denkmalpflege nicht denkbar, einen von außen an das Gebäude gesetzten Aufzug zu genehmigen“, berichtete Hochbauamtsleiter Martin Fauck im Bauausschuss. Deshalb sei dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege ein Vorschlag gemacht worden, „wie mit einem relativ geringen Eingriff in das Gebäude Barrierefreiheit hergestellt werden kann“.

Im Zweiten Weltkrieg war ein Joch des Alten Rathauses zerstört und später mit einer schlichten Stahlbetondecke geschlossen worden. Diese soll aufgeschnitten werden, um einen Aufzug einzusetzen. Dafür muss im Erdgeschoss allerdings die Toilettensituation verändert werden. Das WC für die Herren bleibt bestehen, und das für die Frauen wird anstelle der bisherigen Garderobe neu errichtet. Auf der Gebäudeseite zur katholischen Pfarrkirche St. Lambertus soll ferner ein momentan zugemauerter alter Spitzbogen geöffnet werden, um eine automatische Außentür aus Glas einzubauen, die über eine leichte Rampe auch für Rollstuhlfahrer zu erreichen ist.

Von einer „glücklichen Situation“ sprach Martin Fauck im Bauausschuss, dass zwei Stellen gefunden werden konnten, an denen keine historische Bausubstanz verändert werden muss, über die nun aber Barrierefreiheit hergestellt werden kann. Fauck, der im Erkelenzer Rathaus auch für den Denkmalschutz zuständig ist, erklärte den anstehenden Umbau auch noch aus weiteren Gründen für notwendig: „Die Glasfasertapete im Treppenhaus ist für ein historisches Gebäude ein Unzustand.“ Auch die weder modernen noch historischen Leuchten seien zu kritisieren.

Die Toilettenanlagen im Alten Rathaus befinden sich laut Hochbauamtsleiter Martin Fauck darüber hinaus in einem Zustand, „der eine Sanierung dringend nötig macht“. Hier plant die Stadt Erkelenz für die Frauen zwei neue Toiletten und für die Männer eine Toilette und drei Urinale. „Um die Gewölbe weiterhin sichtbar zu halten, wird die Damentoilette zur Decke hin mit Glas verschlossen“, erläuterte Martin Fauck seine Pläne. Weil die dazu angefertigten Skizzen der Politik zuvor aber nicht zugänglich gemacht worden waren, vertagte der Bauausschuss auf Antrag der CDU den ihm zustehenden Baubeschluss auf den Stadtrat. Dieser tagt am Mittwoch, 19. Februar, ab 18 Uhr in eben diesem Alten Rathaus. Dass der geplante Kostenrahmen gehalten werden kann, ließen sich die Politiker auf Nachfrage von Karl-Heinz Frings (Bürgerpartei) im Bauausschuss zuvor aber noch vom Hochbauamtsleiter als Zusage geben.