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Erkelenz: Alt-Bürgermeister Erwin Mathissen gestorben

Im Alter von 83 Jahren : Erkelenzer Alt-Bürgermeister Mathissen gestorben

SPD-Mann Erwin Mathissen war von 1999 bis 2004 der erste hauptamtliche Bürgermeister von Erkelenz, auch danach setzte er sich weiter für seine Stadt ein. Nun ist er mit 83 Jahren gestorben.

Im Alter von 83 Jahre ist am vergangenen Donnerstag Erwin Mathissen, der als erster hauptamtlicher Bürgermeister in die Geschichte der Stadt Erkelenz einging, gestorben. In einer Stichwahl am 26. September 1999 hatte sich der SPD-Politiker gegen den CDU-Kandidaten Ulrich Feller durchgesetzt. Mit der Bürgermeisterwahl 2004 trat der damals 66-Jährige in den Ruhestand.

Im November 1964 hatte Erwin Mathissen zum ersten Mal als SPD-Kreistagsmitglied das Alte Rathaus in Erkelenz betreten. Fast auf den Tag genau nach 40 Jahren nahm er just an diesem Ort Abschied von der Kommunalpolitik. Sein Nachfolger Peter Jansen überreichte Mathissen in Würdigung seiner Verdienste um die Stadt Erkelenz und ihre Bürger nach einstimmigem Beschluss des Rates die Ehrennadel der Stadt Erkelenz.

Dabei ging er auch auf dessen politischen Werdegang. Matthissen war Kreistagsmitglied im Altkreis Erkelenz gewesen, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Lövenich vor der kommunalen Neugliederung, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Erkelenzer Stadtrat und schließlich von Oktober 1999 bis Oktober 2004 direkt gewählter Bürgermeister. Außerdem war Matthissen lange Zeit Vorsitzender der SPD Erkelenz und des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt. Für seine Verdienste wurde er 2015 zum Ehrenmitglied „seiner“ SPD ernannt.

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Eine langjährige Weggefährtin von Erwin Mathissen ist Astrid Wolters, die mit ihm viele Jahre im Stadtrat in der SPD-Fraktion arbeitete. „Er war immer in guter Beobachter und wusste immer, was und wohin er wollte“, sagt sie. Sie habe ihn als fairen Diskussionspartner in Erinnerung, mit dem man gut streiten konnte. „Auch nach Ende seiner politischen Tätigkeit war er immer noch ein gern gefragter Mann, auf dem man gerne hörte. Man hat auf ihn gehört.“

Matthissen wusste auch, wo seine Grenzen waren. Ohne den Verwaltungsvorstand im Rücken hätte er sein Bürgermeisteramt nicht so ausfüllen können, wie es dem Amt angemessen war. Mathissen habe stets großen Einsatz für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger von Erkelenz bewiesen und viel Gespür für das Notwendige und politisch Machbare bewiesen, sagte Jansen bei der Verabschiedung in den Ruhestand, den Matthissen an der Seite seiner Ehefrau Irmgard und der Familie im Eigenheim in Lövenich genoss, auch wenn er nach wie vor umtriebig war. So war er zeitweise bei im geschäftsführenden Landesvorstand und im Sozialbeirat des VDK aktiv.

„Er hatte dank seiner beruflichen Tätigkeit immens viele Kontakte und ein großes Netz geknüpft“, meinte Astrid Wolters. Bei der Suche nach Einsatzstellen für Zivildienstleistende habe er viele Menschen, Betriebe und Organisationen kennengelernt. „Da haben sich manche Berührungspunkte ergeben, die für seine Arbeit als Bürgermeister nützlich sein konnten.“

Als sein letztes „Meisterstück“ bezeichnete der damalige Regierungspräsident Jürgen Rothers bei der Verabschiedung das Bemühen von Mathissen um den Erkelenz-Vertrag. Darin sei es erstmals gelungen, den Bergbautreibenden im Rahmen einer Umsiedlungsmaßnahme zu einer vertraglichen Vereinbarung zu bewegen. Die Braunkohleproblematik ließ ihn auch nach dem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt nicht ruhen. Mathissen übernahm 2005 die Funktion des Umsiedlungsbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen, die er bis 2009 ausübte.