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Erkelenz: Ärger um geklaute Haribo-Geschenke

Diebe in Erkelenz : Ärger um geklaute Haribo-Geschenke

In mehreren Erkelenzer Ortsteilen sollen Diebe von Tür zu Tür gezogen sein und Süßigkeiten gestohlen haben. Die waren zuvor im ganzen Kreis verschenkt worden.

Geplant war es als nette Werbeaktion: Zu Ostern wollte der Süßwarenhersteller Haribo jeden Haushalt des durch die Corona-Krise gebeutelten Kreises Heinsberg mit Süßigkeiten beschenken. Angekommen sind die Geschenke, die in der vergangenen Woche per Lkw durch die Dörfer gebracht wurden, allerdings längst nicht überall. Zeugen wollen im Erkelenzer Stadtteil Hetzerath gesehen haben, wie Jugendliche dem Haribo-Lastwagen hinterherzogen, von Tür zu Tür gingen und die Überraschungen klauten. Aus dem etwas mehr als 1000 Einwohner großen Ort Katzem tauchte bei Facebook sogar ein mittlerweile gelöschtes Video auf, das einen Mann dabei zeigt, wie er die Süßigkeiten an den Haustüren mitnimmt. Wie die Polizei mitteilte, liegt dazu inzwischen eine Anzeige wegen Diebstahls vor.

Dass es sich bei dem Beschuldigten um den in dem Video zu sehenden Mann handelt, wollte die Sprecherin der Kreispolizei, Angela Jansen, auf Anfrage nicht bestätigen, räumte aber „einen Zusammenhang“ ein. Nach Informationen unserer Redaktion soll es sich um einen Einwohner handeln, der in Katzem wohl bekannt ist. Gleichzeitig hat der in dem Video als Haribo-Dieb zu sehende Mann Anzeige erstattet, weil das Video, in dem auch sein Auto samt Nummernschild zu sehen ist, im Internet ohne sein Einverständnis veröffentlicht wurde.

Beobachtet wurden Diebe am vergangenen Freitag auch in Hetzerath, wie eine Einwohnerin berichtet, die anonym bleiben will: „Mehrere Nachbarn haben gesehen, dass Jugendliche durch die Straßen gezogen sind, die man im Ort vorher noch nie gesehen hat. Die sind in die Hauseingänge gegangen und haben die Süßigkeiten weggeholt.“ Tags darauf sei die Hetzeratherin mit ihrem Mann in einem Wald beim benachbarten Lövenich spazieren gewesen und habe dort das süße Diebesgut gefunden: „Da lagen mehrere aufgebrochene Plastikdosen an einer Bank und etliche Süßigkeiten verteilt auf dem Boden.“ Der Frau tut es vor allem für die kleineren Kinder in ihrem Ort leid: „Das ist einfach asozial. Die Kinder haben sich so auf die Süßigkeiten gefreut, als sie den Haribo-Truck gesehen haben.“ Zumal der Nachwuchs im Dorf vorher eine schöne Aktion gestartete hatte: „Die Kinder haben Mutmacher mit kleinen Botschaften gebastelt, darüber haben sich gerade die älteren Leute tierisch gefreut. Es ist einfach schade, dass diese Kinder jetzt nichts von den Süßigkeiten haben.“ Auf Facebook hatten Nutzer in verschiedenen Erkelenzer Gruppen auch von einem ähnlichen Vorfall in Lövenich berichtet.

Auch wenn es sich bei den Süßigkeiten um Geschenke handelt, ist das Stehlen eine Straftat. „Derjenige, der die Dosen an den Türen abgestellt hat, hat sein Eigentumsrecht an denjenigen übergeben, dem er es geschenkt hat. Das ist dann natürlich ein Diebstahl wie jeder andere auch“, sagt Polizeisprecherin Jansen. Die Ermittlungen dazu laufen, Anzeigen aus anderen Orten lagen der Polizei am Dienstag allerdings nicht vor.

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