Erkelenz: 80 Spiel- und Bolzplätze betreut die Stadt Erkelenz um familienfreundlich zu sein

Eine Aufgabe der Stadt Erkelenz : 80 Spiel- und Bolzplätze interessant halten

Die Stadt Erkelenz tut viel, um die Spiel- und Bolzplätze ansprechend für Kinder zu gestalten. Über das gesamte Stadtgebiet sind etwa 80 Anlagen verteilt. Es gibt aber auch Probleme. Eine Bestandsanalyse – Teil 1.

Die Stadt Erkelenz wächst, und damit wächst auch die Verpflichtung, sie möglichst attraktiv zu gestalten. Geworben wird im Rathaus unter anderem mit dem Argument der Familienfreundlichkeit. Ein damit verbundener Aspekt ist die Versorgung des gesamten Stadtgebietes mit Spielplätzen. Verwaltungsvorschriften legen für Kommunen ein Mindestmaß an Spielplätzen fest, gestaffelt nach Einwohnerzahlen. In Erkelenz gibt es eine Bedarfsanalyse, die deutlich über die Vorschriften hinausreicht. „Die Frage nach Spielplätzen hat bei uns eine lange Historie“, betonte Hans-Heiner Gotzen. Der Erste Beigeordnete hat die Oberaufsicht über etwa 80 Spiel- und Bolzplätze, die sich über alle Stadtteile verteilen.

Betreut werden die Plätze vom Amt für Kinder, Jugendliche, Familie und Soziales in der Person von Katharina Lüke. In den wenigen Monaten seit ihrem Tätigkeitsbeginn konnte sie noch nicht alle Plätze besichtigen, aber das Lob der Gemeindeprüfungsanstalt über den Zustand der Plätze galt auch ihr. Die Behörde stellte der Stadt ein gutes Zeugnis aus.

Nimmt man einige Plätze ein wenig unter die Lupe, ist zunächst die Größe auffällig. Bis zu 14.000 Quadratmeter groß sind die Anlagen, alle haben Bänke für die Eltern und Großeltern, häufig sind auch Tische vorhanden. Jeder Spielplatz ist mit Abfalleimern versehen, fiel bei einer Rundfahrt unserer Redaktion auf, die allerdings zum Teil sehr voll waren beziehungsweise überquollen. Laut Auskunft sollen nach Bedarf die Behälter täglich geleert werden. „Es gibt eine wöchentliche Spielplatzkontrolle“, hebt Katharina Lüke hervor. Diese obliegt dem Bauhof, der sich um Einrichtung, Wartung der Geräte und Grünpflege kümmert. Denn bei den allermeisten Plätzen sorgen Bäume für den wichtigen Schatten im Sommer. Die Stabilität der teilweise sehr aufwändigen Kombi-Geräte überwachen Spezialisten in regelmäßigen Abständen. Was wackelt oder wo Holzteile locker werden, muss repariert oder ausgetauscht werden. Allein für Ersatzgeräte gibt die Stadt jährlich 127.000 Euro aus.

Die Auswahl der Spielgeräte besteht aus einer Mindestausstattung mit Sandkasten, Rutsche, Schaukel oder Wippe und einem Klettergerät. Damit ist es auf Erkelenzer Spielplätzen selten getan. Balancierteller, Spinnenbaum, Luftgleiter und ein Kinderbagger sind nur eine kleine Auswahl der Spielgeräte, die abwechselnd auf den Plätzen angeboten werden. Die Auswahl entspricht häufig den konkreten Wünschen der kleinen Besucher, denn beim Anlegen der Spielplätze werden die Bewohner gefragt. Im Schöffenbericht von 2018 betonte die Stadt ihren Wunsch nach einem gepflegten Erscheinungsbild bei den Spielplätzen. Denn die angebotenen Geräte sind nur ein Teil der Spielplätze.

Wichtig kommt der Aufforderungscharakter der Anlage insgesamt hinzu. Dabei spielen Einzäunung und Bepflanzung eine gleich große Rolle wie die Sandflächen und Spieluntergründe.

Vielerorts ist der grobe Sand dem Holzschnitzel gewichen, und die reinen Sandkästen haben an Bedeutung verloren. Geblieben sind allerdings Vandalismus und Rücksichtslosigkeit. Als Tummelplatz für Kinder gedacht, erfreuen sich die Spielplätze auch des Zuspruchs der Jugendlichen. Da ist Nachdenken auf allen Seiten gefordert, erklärte beispielsweise ein Anwohner in Gerderath im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir haben überhaupt nichts gegen Jugendliche, aber die mögen doch bitte auch ein wenig Rücksicht walten lassen.“

Bestandsanalyse – Teil 2: Ein Besuch auf besonders schönen und abwechslungsreichen Spielplätzen in Erkelenz als Anregung für Ausflüge. Am „Bürgermonitor“ unserer Redaktion können Sie uns gerne weitere gute, aber auch verbesserungswürdige Beispiele aus dem Erkelenzer Stadtgebiet mitteilen unter erkelenz@rheinische-post.de.

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