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Erkelenz: 30 Prozent weniger Niederschlag als 2017

Erkelenz : 30 Prozent weniger Niederschlag als 2017

Den Negativrekord gab es im Juli mit nur 6,5 Millimeter Niederschlag in Erkelenz. Das hatte Auswirkungen auf Frisch- wie Abwasser.

Das Wort des Jahres 2018 lautet „Heißzeit“. Es spielt auf einen extremen Sommer an, der gefühlt von Mai bis November dauerte und der von fehlendem Regen geprägt war. Sehr gut beschreibt dieses Wort die Situation im Erkelenzer Land, wo der Abwasserbetrieb Erkelenz registrierte, dass zwischen Mai und November 50 Prozent weniger Niederschlag als im Jahr zuvor fiel, und wo das Kreiswasserwerk in Wegberg dafür umso mehr leisten musste, das auf das gesamte Jahr bezogen fast drei Prozent mehr Wasser abgegeben hat als 2017.

Besonders trocken war der Juli. „In diesem Monat hatten wir nur 6,5 Millimeter Niederschlag“, berichtet Ansgar Lurweg, der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, und bezieht sich auf Auswertungen des Abwasserbetriebs am Marienweg. Vergleiche er diese Zahl mit dem Wert von 2017, seien das lediglich neun Prozent der Vorjahresmenge. Damit habe sich im Juli auch der Wasserzulauf, der im Klärwerk angekommen ist, um 50 Prozent reduziert.

Trocken war aber nicht nur der Juli, sondern vor allem die gesamte zweite Jahreshälfte. „Von Mai bis November sind nur etwa 54 Prozent des Niederschlags im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Und insgesamt sind 2018 anteilig nur 70 Prozent des Niederschlags des Jahres 2017 gefallen“, erklärt Lurweg. Während in der ersten Jahreshälfte noch eine zum Vorjahr vergleichbare Regenmenge verzeichnet wurde, sind die Monate Juni bis Dezember „deutlich trockener als der Vergleichszeitraum“ gewesen.

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Auswirkungen hatte der fehlende Regen für Gartenbesitzer, Landwirte, aber auch auf das städtische Mischwasserkanalnetz, in dem es deshalb laut Lurweg „zu erhöhten Ablagerungen gekommen ist. Außerdem waren die Fließzeiten im Netz aufgrund der geringen hydraulischen Auslastung erhöht. Dies wiederum hat an einigen Stellen zu Geruchsbelästigungen geführt, die jedoch nicht zu verhindern waren.“ Durch einige heftigere Niederschlagsereignisse seien diese inzwischen jedoch wieder beseitigt: Und der Schmutzstoß wurde zu unserer Abwasserbetrieb transportiert.“

Während im Erkelenzer Abwasserbetrieb weniger Niederschlagswasser ankam, musste das Kreiswasserwerk mit Sitz in Uevekoven mehr Trinkwasser bereitstellen. Besonders deutlich wurde das im Juli, als die Kunden 250.000 Kubikmeter mehr Wasser abnahmen als im Jahr davor. „In diesem Monat haben wir in einigen Wasserwerken Spitzenwerte erreicht und in einigen Anlagen sogar an die 100 Prozent heran gereicht. Während dieser Dürrephase konnten wir dann aber auch feststellen, dass wir ausreichend Kapazitäten besitzen und unsere Anlagen auch für solche kurzfristigen Hochs, die es auch in den Vorjahren immer mal gegeben hat, gut ausgelegt sind“, erklärt Geschäftsführer Michael Leonards, der auf das Gesamtjahr bezogen damit kalkuliert, dass das Kreiswasserwerk zwei bis drei Prozent mehr Trinkwasser als 2017 abgegeben hat, die in den Wassergewinnungsanlagen Uevekoven, Matzerath, Beeck, Arsbeck, Wassenberg, Holzweiler und Erkelenz gefördert worden sind: „Wir würden damit auf etwa 6,3 bis 6,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser kommen.“ Mit einer Preissteigerung müsse der Endverbraucher aufgrund des diesjährigen Mehraufwands allerdings nicht fürchten, sagte Leonards: „Wir hatten in den vergangenen 13 Jahren nur eine einzige Preissteigerung, was auch daran liegt, dass sich der Verbrauch über die Jahre gesehen nicht stetig erhöht hat, sondern sich in Wellen bewegt: 2009, 2011, 1017 und 2018 war er höher als in den Jahren dazwischen.“