Erkelenz: 2019 wieder mehr städtische Grünflächen und Biotope verzeichnet

Grünflächenamt berichtet : Mehr städtische Grünflächen in Erkelenz, aber Sorge um Bäume

Nach zwei Jahren des Rückgangs verzeichnet Erkelenz wieder mehr begrünte städtische Flächen. Sorgen bereiten die unter Stress stehenden Bäume.

Die Park- und Gartenanlagen sowie Biotope und Ausgleichsflächen der Stadt Erkelenz befinden sich wieder im Wachstum. Nach zwei Jahren des Rückgangs waren 2019 wieder mehr begrünte Flächen zu verzeichnen, bei den Park- und Gartenanlagen beispielsweise im Oerather Mühlenfeld und in der Klimaschutzsiedlung am Bauxhof. Auf allen städtischen Grünflächen hat das Grünflächenamt im vergangenen Jahr auch die Bäume gezählt: 14.144. Hinzu kommen 97 Hektar Waldflächen und 80 Kilometer Waldränder und Wasserläufe. Auskunft gibt die Stadt Erkelenz darüber in ihrer jährlichen Bilanz, dem Schöffenbericht.

Das Erkelenzer Grünflächenamt pflegte 2019 mehr als 643.000 Quadratmeter Park- und Gartenanlagen, was 8000 Quadratmeter mehr als 2018 gewesen sind. Ausgleichsflächen und Biotope erstreckten sich auf 355.500 Quadratmetern, was 16.000 Quadratmeter mehr als 2018 und sogar 42.000 Quadratmeter mehr als 2016 gewesen sind. Dazu erklärt Amtsleiter Stefan Heinrichs im Jahresbericht: „Bei den Ausgleichsflächen sind die Neubaugebiete Gerderath ,An der Burg’, Lövenich ,Königsberg’, Unterhahn und die Klimaschutzsiedlung dazugekommen.“ Unter allen Flächen, die das Grünflächenamt und der Baubetriebshof in Erkelenz betreuen, nehmen die Park- und Gartenanlagen mit 21 Prozent den größten Teil ein. Straßenbegleitgrün und Kreisverkehre folgen mit 14 Prozent.

In Prozent errechnen lässt sich auch das Vorkommen einzelner Baumarten auf städtischen Flächen. Mit 17 Prozent liegen die Linde wie auch der Ahorn vor der Hainbuche mit 13 und der Eiche mit elf Prozent. Weil die Bäume in den vergangenen Jahren aufgrund von Krankheiten und Trockenheit erhebliche Probleme erlitten, sodass Fällungen notwendig gewesen waren, listet der Schöffenbericht auch die Gründe dafür auf: „Seit Oktober 2018 wurden 107 Bäume an Einzelstandorten im gesamten Stadtgebiet gepflanzt. Außerdem wurden im Haberger Wald Flächen aufgeforstet.“ Im gleichen Zeitraum mussten aber auch 193 Bäume gefällt werden, berichtet Stefan Heinrichs und hebt hervor: „Die Vitalität vieler Bäume hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Insbesondere die Trockenheit 2018 und 2019 hat sie massiv gestresst.“ Dadurch sinke die Widerstandsfähigkeit der Bäume gegen Schädlinge, Krankheiten und Pilze. Und das werde Auswirkungen haben: „Aufgrund dieser Faktoren wird es voraussichtlich auch in den nächsten Jahren zu einem erhöhten Pflegeaufwand, zum Beispiel zur Entnahme von Totholz, und auch zu mehr Fällungen kommen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.“ 2019 seien 75 Prozent der 193 Bäume gefällt worden, weil sie zu Dreiviertel oder mehr abgestorben waren. Bei 16 Prozent waren Pilzkrankheiten der Grund und bei 14 Prozent Sturmschäden. Nach Verkehrsunfällen mussten fünf Prozent gefällt werden, weitere sieben Prozent für Baumaßnahmen. Die Stadt Erkelenz versuche stets, für entnommene Bäume neue zu pflanzen. Seien die Altstandorte nicht geeignet, würde neue gesucht.