1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz: Erka-Stunker lassen es heftig kreiseln

Erkelenz : Erka-Stunker lassen es heftig kreiseln

Zweimal ausverkauft war die dritte Auflage der Stunksitzung. 800 Besucher erlebten die gewohnte Mischung aus deftiger Lokalsatire, umgetexteten Songs und üppigen Bauten. Ein Dauerbrenner: das Wegberger Haushaltsdrama.

Trotz wiedereingeführten ERK-Kennzeichens: Kreisstadt ist zum Leidwesen so manch alteingesessenen Erkelenzers weiterhin Heinsberg. Wie gut, dass es da die Stunker gibt. Denn die haben sich quasi als Trostpflaster einen anderen Titel für die Erka-Stadt ausgedacht. "Wenn schon Erkelenz keine Kreisstadt mehr ist, dann soll sie wenigstens eine einzigartige Kreiselstadt sein", lautete ihr Motto in der dritten Auflage der Stunksitzung in der zweimal ausverkauften Stadthalle. Dafür kredenzten sie eine völlig aus den Fugen geratene Sitzung des Erkelenzer Verkehrsausschusses. Ausgehend vom neuen Kreisverkehr am Brücktor (dessen Notwendigkeit hatten im Vorfeld nicht alle Bürger eingesehen) plädierten die Ausschussmitglieder hemmungslos für zig weitere Kreisverkehre in der Innenstadt — passender Song zum Abschluss: "Über sieben Kreisel musst du geh'n".

Was eine typische Nummer der prallen Dreieinhalb-Stunden-Show war: Lokale Themen aus dem vergangenen Jahr satirisch aufbereitet, versehen mit umgetexteten bekannten Melodien und garniert mit teils üppigen Bühnenbauten — dieses Erfolgsrezept funktionierte auch im dritten Jahr.

  • Sparschwein vor dem Wegberger Rathaus: Die
    Finanzlage in der Mühlenstadt : In Wegberg drohen drastische Steuererhöhungen
  • Der TC Wegberg ist einer von
    Vereinsförderung 2021 : Diese Zuschüsse sind für Vereine in Wegberg vorgesehen
  • Domenica und Reinhold Müller in ihrer
    Vier Tonnen ökologische Pasta pro Tag : Bio-Nudel-Produzent startet in Wegberg

Inhaltlich knüpften die Stunker dabei gleich zweimal an die Auflage aus dem vergangenen Jahr an. Zum Dauerbrenner scheint sich dabei das Wegberger Hauhaltsdrama zu entwickeln. Erneut mimte Peter Müller äußerst lustvoll Wegbergs Bürgermeister Reinhold Pillich, der sich aus lauter Gram über die noch ausstehenden Jahreshaushaltsabschlüsse heulend auf der Toilette einschloss und schließlich auf eine eigenwillige Lösung kam. "Fortsetzung folgt", kündigte Sitzungspräsident Wolfgang Klein am Ende schelmisch an — auch für 2015 ist der Stunk wieder geplant.

Und ebenfalls noch einmal thematisiert wurde der beliebte "Schleidener Schluckspecht" aus dem Vorjahr, eine spezielle Schunkelform. Trotz erfolgreicher Absolvierung der "Markus-Forg-Akademie" und des "Bachelor of Bütz" fiel dabei ein dringend gesuchter Karnevalsprinz beim Bewerbungsgespräch durch — wegen Alkoholabstinenz. "Das ist ein nichtvariables Kriterium", wurde er aufgeklärt.

Buchstäblich heiß her ging es auf dem Lambertiturm. Dort luden die Stunker zur ungewöhnlichen Grillparty ein und lieferten so ihre ganz eigene Lösung für das leidige Taubenproblem. Und nachdem die Stunker in den beiden Vorjahren Wegbergs Reinhold Pillich und Hückelhovens Bernd Jansen die Bühne entern ließen, durfte dies nun endlich auch mal deren Erkelenzer Bürgermeisterkollege Peter Jansen tun — freilich mit der reichlich undankbaren Aufgabe, einen im Oerather Mühlenfeld aufgefundenen toten Niederländer als Tourist des Jahres auszuzeichnen. Grund: Bei einer im Stil der Bundesliga-Radioschlusskonferenz inszenierten Schaltung quer durch den Kreis Heinsberg hatte sich leider kein einziger lebender Tourist auftreiben lassen . . .

(emo)