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Entchenangeln bei der Burgkirmes in Erkelenz

Entchenangeln bei der Burgkirmes in Erkelenz : Kindheitserinnerung und Kirmestraum

Das Entchenangeln erfreut sich bei der Burgkirmes in Erkelenz schon seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Für die kleinen Besucher ist es der Einstieg in die bunte Kirmeswelt. Ein Stückchen Nostalgie ist bei vielen Eltern dabei.

„Papa, gehen wir wieder zur Kirmes?“ Schon Tage vor Eröffnung des Kirmesfestes quengeln die Kinder und wollen eine Zusage ihrer Eltern, wieder zu diesem Fest der bunten Wagen gehen zu dürfen. Papa gibt schließlich die Zusage, denn es sind nicht nur die Kinder, die sich gern ins Getümmel der Schausteller und Budenbesitzer stürzen. Auch für die Erwachsenen ist die Faszination ungebrochen. Kindheitserinnerungen hängen am Jahrmarktbesuch.

Bunte Süßigkeiten und schillernde Verlockungen begegnen beim Gang über die Kirmes. Vielerlei Gerüche schwirren durch die Luft. Vorbei an Würstchenhäusern, Karusell- und Speedfahrtständen ebenso wie an Schieß- und Pfeilwurfbuden. Für die Kleinen springt ein Stand ins Auge, der Stand mit den gelben Quietscheentchen.

Dutzende Enten treiben in der Bude auf dem Wasser. Die Kinder können sich an den Wasserlauf setzen und bekommen eine Angel mit einem kleinen Magneten am Ende der Schnur in die Hand. Die kleinen Tierchen haben ein Eisenstück auf dem Kopf, damit sie geangelt werden können und eine Marke mit verborgener Punktzahl auf dem Bauch.

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Mit etwas Fingerfertigkeit und Geschick können die schwimmenden und unterschiedlich großen Enten aus dem Wasserstrom gehoben werden. Die Eltern entscheiden mit ihrem Kauf, wie viele der gelben Quietscher im Korb des Kindes landen. Sind alle Entchen geangelt, wird die Punktzahl auf dem Bauch zusammengerechnet und das Kind erhält einen Preis für das tatkräftige Fangen.

„Ich habe auch als Kind schon Entchen geangelt“, berichtet eine Mutter, die mit ihren vierjährigen Zwillingen zum Stand gekommen ist. „Das Schöne ist, dass die Kinder etwas dabei gewinnen können und nicht mit leeren Händen weggehen, wie bei den Losbuden. Zwar ist es nichts qualitativ Hochwertiges, aber die Kinder freuen sich.“ Auch der achtjährige große Bruder ist mit dabei und hilft, die Entchen von der Angel zu lösen und in den Korb zu bugsieren.

Für die ganz Kleinen ist es sozusagen der Einstieg in die Kirmeswelt. Pfeil- oder Dosenwerfen ist noch zu gefährlich oder zu schwer. Beim Angeln können sie bereits Erfolge erzielen und sich über die Preise freuen. „Die Kinder lieben es einfach“, sagt die Mutter. Für die Eltern zählt natürlich die Freude, die sie bei ihren Kindern sehen, die glänzenden Kinderaugen und die um mehrere Zentimeter größeren, stolzen Gewinner.

Doch es ist auch ein kleines Stückchen Nostalgie dabei, an diesem Stand zu verweilen. Greift man nicht gern selbst zur Angel, wie man es früher in der Kindheit getan hat? Die Erinnerung an freudige Momente längst vergangener Zeiten kommt wieder hoch.

„Nicht nur Kinder kommen an unseren Stand, auch Jugendliche und Erwachsene haben Freude beim Angeln“, sagt der Budenbesitzer. Seit drei Jahren ist er bei der Burgkirmes dabei und betreut die Bude in Erkelenz und in anderen Städten. Er kümmert sich darum, dass das Wasser zügig läuft, die Entchen gut schwimmen, sie von den Körben wieder in den Strom gelangen, und die Gewinner ihre Preise aussuchen können.

Es ist ein beschauliches Spiel im Trubel der anderen Buden, ein Kontrast zur ausgelassenen Stimmung, den wilden Fahrten und gruseligen Geistermasken, dem nicht zu überbietenden Nervenkitzel. Die kleine Quietscheente, der Gefährte aus der Badewanne, wer will sie nicht fangen und festhalten, am liebsten Mitnehmen und bewahren, bis zum nächsten Mal.