Erkelenzer Land: Energiesparen leicht gemacht

Erkelenzer Land: Energiesparen leicht gemacht

Fast überall im Haushalt kann Energie gespart oder effizienter genutzt werden. Ein Berater-Team der NVV-Tochter NEW Energie untersucht Häuser und Wohnungen auf Schwachstellen. Auch das Internet leistet erste Hilfe.

Deckel auf dem Kochtopf? Verringert die Energiemenge um zwei Drittel. Energiesparlampe? Bringt nach 10 000 Stunden Brenndauer eine Ersparnis von 152 Euro gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne. Eisschicht im Gefrierfach? Wer darauf achtet, sie nicht dicker als einen Zentimeter werden zu lassen, spart Strom und damit Geld. Es sind viele kleine Bausteine, die die Energiebilanz eines Haushalts ausmachen — bis hin zum dicksten Brocken, der Heizung, die für drei Viertel des Verbrauchs verantwortlich ist (die Beleuchtung nur für zwei Prozent).

"Wir überlegen individuell mit dem Kunden, was die für ihn effizienteste Einsparmöglichkeit ist und wo sein Geld am besten angelegt ist", sagt Thomas Primon, bei der NVV-Tochter NEW Energie für die Themen Contracting und Nahwärme verantwortlich. Er leitet ein Team von fünf Energieberatern, die zum Festpreis von 60 Euro ein Haus oder eine Wohnung auf Energieeffizienz hin untersuchen. Ein vergleichbares Angebot hat seit kurzem auch die Verbraucherzentrale.

Klar ist: Wer die großen Stromfresser in seinem Haushalt durch moderne Geräte ersetzen oder etwa neue Fenster anschaffen möchte, weil die alten bei Wärmebild-Untersuchungen negativ aufgefallen sind, muss erst einmal investieren. Die Einsparungen rechnen sich dann erst nach mehreren Jahren. Den hohen Anschaffungskosten für Heizungssysteme, insbesondere moderne Brennwertkessel, wirkt die NVV mit so genannten Contracting-Modellen entgegen. "Das bedeutet, dass wir die Investition für die Anlage tätigen", sagt NEW-Energie-Geschäftsführer Wolfgang Hüppe. Der Gebäudeeigentümer räumt der NVV im Gegenzug über eine feste Laufzeit das Recht ein, das Gebäude mit Wärme und eventuell Warmwasser zu versorgen. Die Investitionskosten werden während der Laufzeit auf die einzelnen Wärmelieferungen verteilt.

Die NVV-Energieberater richten ihren Fokus jedoch auch auf die Gebäudehülle sowie auf Geräte wie Kühlschrank und Waschmaschine. "Wer glaubt, dass wir uns ins eigene Fleisch schneiden, indem wir dem Kunden zeigen, wie er Energie einspart, irrt", sagt Hüppe. Es sei zwar schön, "1000 Meter zu duschen" — allerdings werde Energie in Zukunft notgedrungen immer teurer: "Die fossilen Brennstoffe werden weniger, und die regenerativen Energien, die kostenintensiver sind, gewinnen an Bedeutung." Was für das — abgesehen von Braunkohle — an Energieträgern arme Deutschland auf dem Weltmarkt gelte, gelte auch für den einzelnen Kunden: "Kostensenkungen sind am besten durch Energie-Einsparungen zu erzielen. Die billigste Kilowattstunde ist die, die nicht verbraucht wird."

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Bei der konkreten Umsetzung der Energiesparmaßnahmen kooperiert die NVV mit dem Handwerk vor Ort. "Wir selbst kümmern uns in erster Linie um Beratung und Finanzierung, bieten da ein Rundum-Sorglos-Paket", sagt Hüppe. Dabei gelte es, einen Marktüberblick über Förderungsmöglichkeiten (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, KfW-Bank), gängige Techniken und Fabrikate zu haben, wobei nur etablierte Standards empfohlen werden.

"Wir sehen uns zwar auch als Innovationstreiber, begleiten neue Techniken pilotmäßig", sagt Primon. "Aber wir empfehlen den Kunden nur das, was bereits marktreif ist. Wärmepumpen gab es etwa auch schon vor 15 Jahren, aber erst jetzt etabliert sich die Technik langsam." Ferner sei eine Umrüstung nicht immer der beste Weg: "Es wäre Unsinn, eine drei Jahre alte Waschmaschine durch ein ganz neues Modell zu ersetzen."

Wer seinen Haushalt auf Energieeffizienz hin untersuchen möchte, kann dies in einem ersten Schritt im Internet tun. Unter energieeffizienz.new-energie.de stellt die NEW Energie kostenfrei ein Modul zur Verfügung, das bereits viele Ansatzpunkte bietet.

Die Serie "Neue Energie" ist eine Kooperation von NVV und Rheinischer Post.

(RP)