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Einzelhandelsumfrage zum Weihnachtsgeschäft im Erkelenzer Land

Einzelhandelsumfrage im Erkelenzer Land : Internet hilft im Weihnachtsgeschäft

Einzelhändler aus der Region berichten von einem guten Weihnachtsgeschäft und wie sie das Internet für ihre Zwecke nutzen.

Zunehmend entwickelt sich das Internet zum guten Geschäftspartner des stationären Einzelhandels. Dafür sprechen jüngste Erfahrungen aus dem Weihnachtsgeschäft, berichten unter anderen Christopher Viehausen, Ulrich Kirch und Helmut Dahlen. Sie verkaufen Herrenmode, Bücher und Schreibwaren in Erkelenz und Wegberg, wobei sie das Internet immer stärker für ihre Zwecke einsetzen.

„Wir werben inzwischen verstärkt auf Facebook und sehen darin ein verlängertes Schaufenster, um die Kunden darüber in unser Geschäft zu holen“, erklärt Helmut Dahlen von Männermoden Jansen in Erkelenz. Weil die Kunden gerade bei modischen Geschenken die Ware vor dem Kauf anfassen wollen und Beratung suchen, funktioniere das Zusammenspiel von Internet und stationärem Handel sehr gut: „Wir sind mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden.“ Dennoch: Dahlen hat festgestellt, dass sich dieses in den vergangenen zehn Jahren verändert hat: „Es ist ruhiger geworden. Das aber nicht wegen der Einkaufsmöglichkeiten im Internet, sondern weil die Elektronik die Mode als Geschenkidee abgelöst hat.“ Verändert hat sich seiner Einschätzung nach aber auch der Zeitpunkt, an dem die Geschenke für Weihnachten gekauft werden: „Das geschieht immer später. Manchmal ist mittlerweile der Heiligabend unser umsatzstärkster Tag – ich gehe deshalb davon aus, dass der nächste Samstag noch einmal viele Kunden bewegen wird.“

Wie gut sich Online- und stationärer Einzelhandel ergänzen können, spürt seit einigen Wochen auch Christopher Viehausen stärker als bisher. Seit sein Geschäft für Bücher und Schreibwaren in Erkelenz einen neuen Onlinshop freigeschaltet hat, in dem es 14 Millionen Buchtitel gibt, „stellen wir fest, dass dieser abends viel mehr genutzt wird. Dann werden die Titel bestellt, und am nächsten Tag werden sie im Geschäft abgeholt. Multichanneling, so die Fachsprache, funktioniert.“ Ein schöner Nebeneffekt sei, dass die Kunden in seinem Laden an der Kölner Straße dann oft zusätzlich weitere nette, kleine Weihnachtsgeschenke einkaufen.

Mit seinem Jahresgeschäft ist Roland Simons von der gleichnamigen Goldschmiede in der Wegberger Fußgängerzone zufrieden. „Das Weihnachtsgeschäft ist diesmal ein bisschen ruhiger verlaufen, da kann sich aber auch in den letzten Tagen und Stunden vor dem Heiligen Abend noch einiges tun“, sagt er. Es sei durchaus üblich, dass einige Schmuckstücke erst in den letzten beiden Tagen vor dem Fest gekauft werden. „Manche Kunden sind da völlig entspannt“, sagt Roland Simons. In der Goldschmiede Simons seien die Mitarbeiter bemüht, auch Last-Minute-Geschenke möglich zu machen. Für ihn und seine Mitarbeiter in der Werkstatt gibt es in den letzten Stunden vor dem Fest viel zu tun, „aber das machen wir gerne, schließlich sollen die Damen oder auch Herren mit einem tollen Schmuckstück beschenkt werden.“

Zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft 2018 ist Ulrich Kirch von der gleichnamigen Wegberger Buchhandlung. Auch er kennt das Phänomen, dass viele Kunden auf den letzten Drücker Geschenke besorgen. Mittlerweile nutzen viele auch den Online-Service der Wegberger Buchhandlung: „Wer bis 17 Uhr ein lieferbares Buch bei uns bestellt, kann es am nächsten Tag im Laden abholen“, erklärt Ulrich Kirch. Für Kunden, die noch auf der Suche nach einem guten Geschenk sind, hat der Wegberger Buchhändler einen Tipp: „Was ich wirklich empfehlen kann, ist das das Buch ,Becoming – Meine Geschichte’ von Michelle Obama. Es ist von einer äußerst interessanten Person mit viel Hintergrund geschrieben.“ Ebenfalls beliebt seien die Titel „Muttertag“ von Nele Neuhaus und der Dorfkrimi „Die Stunde der Wahrheit“ von Christian Macharski mit Chef-Ermittler Hastenraths Will. Ulrich Kirch freut sich, dass viele Kunden in sein Geschäft an der Hauptstraße kommen, fachkundige Beratung und den Geschenkeservice zu schätzen wissen. „Dafür spreche ich meinen Kunden gerne ein Dankeschön aus“, sagt er.

Monika Schmitz-Schibbe (Schönheitsstübchen Monika in Hückelhoven, Parkhofstr. 29) hat erst in dieser Woche „das Gefühl, Weihnachtsgeschäft zu haben“. Es liefe vieles auf die Woche vor dem Fest hinaus. Gutscheine werden hier gern genommen, „weil jeder sie so einlösen kann, wie er es möchte“. Auch Dessous und Nachtwäsche werden unter so manchem Baum liegen.