Erkelenz: Eine ausgezeichnete Wahl

Erkelenz : Eine ausgezeichnete Wahl

Zum Erkelenzer Meisterkonzert hatte die Kreisvolkshochschule das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau mit seinem Dirigenten Simon Gaudenz und der Solistin Shirley Brill eingeladen.

Das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau spielte in der erfolgreichen Reihe der Meisterkonzerte in der Stadthalle Erkelenz mit der Solistin Shirley Brill. "Wir haben das Orchester schon zwei Mal in den vergangenen 15 Jahren hier zu Besuch gehabt, und es ist immer sehr, sehr gut angekommen," begründete Ingo Rümke, Fachbereichsleitung Musik der veranstaltenden Kreisvolkshochschule, der die Meisterkonzertreihe organisiert, die erneute Wahl dieses Klangkörpers - und die war erneut die richtige.

Die kleine Suite für Streichorchester op. 1 von Carl Nielsen eröffnete den Abend und zeigte die musikalische Bandbreite des Orchesters. Meisterlich erklang das enthusiastische Spiel des Orchesters, das unter dem Dirigat von Simon Gaudenz steht. Mit dem Konzert für Klarinette und Streichorchester c-Moll op. 31 von Gerald Finzi begeisterte anschließend die Solistin Shirley Brill mit ihrem Klarinettenspiel das Publikum. Samtweiche Töne entlockte sie dem Instrument, die durch die Ohren direkt ins Herz gingen. Mal gefühlvoll und zart, dann wieder frisch und beschwingt kommunizierte die Klarinette mit dem Orchester.

"Mich freut, dass dieses Orchester immer sehr originelle Programme hat", berichtete Rümke über Finzis Klarinettenkonzert, "das Stück wird nicht so oft gespielt, es ist sozusagen ein Geheimtipp." Erfahrung bei der Auswahl der Ensembles spielt eine große Rolle für die erfolgreiche Erkelenzer Meisterkonzertreihe. Seit 16 Jahren begleitet Ingo Rümke diese und kennt inzwischen das Publikum und dessen Geschmack, so ist es für ihn nicht mehr schwer, die passenden Konzerte auszusuchen. "Trotzdem zittert man vor jedem Konzert, ob es wirklich gut ankommt", verriet er. Bereits seit etwa 50 Jahren werden Konzerte namhafter Orchester in der Stadt aufgeführt. "Wir versuchen bei den Meisterkonzerten eine gute Mischung hinzubekommen, dass alle Musikrichtungen mal vorkommen, damit es nie langweilig wird." Mit sieben Konzerten von September bis Mai haben viele professionelle, bundesweit, zum Teil auch international bekannte Orchester die Möglichkeit, sich hier zu präsentieren. Die Bandbreite variiert in der Saison zwischen Barock, Romantik bis hin zur klassischen Moderne. Der Zuspruch des Publikums ist groß, die Reihe ist erfolgreich. In dieser Spielzeit sind es erstmals mehr als 300 Abonnenten, und das Meisterkonzert am Montagabend mit dem Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau hörten etwa 350 Menschen in der Stadthalle.

"Ich nehme gern Orchester, die Enthusiasmus verbreiten, wo man die Spielfreude noch sieht", erklärte der Organisator. Er bekommt viele Angebote von unterschiedlichen Orchestern und muss dann entscheiden, was in diese Reihe hineinpasst. Die Aachener Symphoniker beispielsweise sind bei ihrem Konzert in der vergangenen Saison so gut angekommen, dass sie bald wieder dabei sind.

Sehr romantisch beschloss der Konzertabend mit der Serenade für Streichorchester E-Dur op. 22 von Antonín Dvorák. Lediglich der warme, sternenübersäte Nachthimmel fehlte noch zum Träumen. Das Publikum ließ sich von Simon Gaudenz und seinem Ensemble dazu gerne verführen.

(rerü)
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