Kreis Heinsberg: Ein Querschnitt

Kreis Heinsberg: Ein Querschnitt

Mit einem Fuß im Reich des Malerfürsten – so fühlen sich die Besucher im Kunstverein Region Heinsberg. Er zeigt Arbeiten der Schüler von Markus Lüpertz.

Mit einem Fuß im Reich des Malerfürsten — so fühlen sich die Besucher im Kunstverein Region Heinsberg. Er zeigt Arbeiten der Schüler von Markus Lüpertz.

"Für das Geld hätte ich das auch machen können." Dieser Satz, den der Student Josef Werner seinem Chef, einem Kunstsammler, beim Anblick einer neuen künstlerischen Errungenschaft entgegen warf, war der entscheidende Schritt für den jungen Mann, sich an der Düsseldorfer Kunstakademie zu bewerben. Heute zählt er als einer von zwölf Studenten zur Malereiklasse von Markus Lüpertz, einem der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart. Und somit gehörten seine Werke auch zu der Gruppenausstellung, die der Kunstverein Region Heinsberg in seinen Räumen präsentiert.

Bei der Eröffnung machte Josef Werner auch Regina van den Berg dieses Geständnis. Denn die künstlerische Leiterin des Vereins nutzte die Vernissage, um die Studenten zum Studium bei Lüpertz zu befragen. Der "Malerfürst" war zwar nicht persönlich anwesend, doch die Besucher spürten seine Gegenwart allein schon durch die in seiner Klasse entstandenen Werke.

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Wie die Handschrift ihres Lehrers bewegen sich die Malereien zwischen Figuration und Abstraktion, Bedeutung und Bedeutungslosigkeit, wobei der subjektive Ausdruck, Gestus, Form und Farbe ebenso deutlich wird. "Uns war es wert, einen Blick in seine Klasse zu werfen, sozusagen einen Fuß zu setzen ins Reich des Malerfürsten", gestand van den Berg.

Es zeigt sich, dass Lüpertz den Studenten eine große Freiheit lässt in Bezug auf das Thema und die künstlerische Formensprache. Da gibt es mehr oder weniger abstrahierte Figuren- und Tierbilder wie bei Simone Klerx, die eine Frau darstellt, die nach unten blickt, "Cutting Ski" von Cristina Apavaloaei, die Hände zeigt, die ein Fernglas halten, und bei "der SchneeBär" von Nadja Nafe, ein Braunbär mitten im Eis. Hinzu treten Landschaften und Darstellungen von Gegenständen wie die "Landschaft" von Christiane Thomas, ein Bergsee und Berge aufgelöst in verschiedene Gelbnuancen, und "Schnecke II" von Melanie Rudolph, die schwarze Lakritzschnecken auf einem eintönig gehaltenen Hintergrund abbildet.

Die Ausstellung zeige somit alle klassischen Themen der Malerei, unterstrich Regina van den Berg. Sie gebe einen Einblick in die studentische Ausbildungsstätte und zeige wie unterschiedlich die künstlerischen Positionen innerhalb der Malereiklasse seien, einmal in Bezug auf die Wahl des Sujets und zum anderen auf die künstlerische Formensprache.

(RP)
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