Erkelenz: Ein Mühlstein fürs Mühlenfeld

Erkelenz: Ein Mühlstein fürs Mühlenfeld

Der Bildhauer Michael Franke hat das Rennen gemacht: Nach seinem Entwurf soll mitten im Oerather Mühlenfeld ein Brunnen gebaut werden. So soll auch ein Treffpunkt für die Bewohner des Viertels entstehen.

Die Entscheidung ist der Jury nicht leicht gefallen, doch ihrem Vorschlag folgte der Kulturausschuss mehrheitlich: Der in Berverath lebende Künstler Michael Franke soll den Brunnen für den Quartiersplatz im Oerather Mühlenfeld gestalten. Sein "Mühlsteinbrunnen senkrecht" habe den Ansprüchen an das Kunstwerk im öffentlichen Raum am meisten entsprochen, sagt Kulturmanager Christoph Stolzenberger, der neben den städtischen Beigeordneten Dr. Hans-Heiner Gotzen und Ansgar Lurweg, dem Kulturausschussvorsitzenden Peter Fellmin, Kunsterzieher Hatto Haak und Heinz Musch, Vorsitzender des Bezirksausschusses Mitte, der Jury angehörte.

In der Mitte die Mispelblüte

Was der Jury wichtig war: Der Brunnen sollte eine integrierende Rolle für seine Umgebung, ein neues Wohngebiet, spielen, und einen Bezug zu Erkelenz haben. Das sei Franke noch besser gelungen als den anderen vier Künstlern Udo Kannegießer, Karl-Heinz Laufs, Jean M. Bachem und Loni Kreuder, die ebenfalls einen Brunnen-Entwurf einreichten.

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Herzstück von Michael Frankes Brunnen ist ein etwa zwei Meter hoher Mühlstein, den Franke aus hellem Granit schlagen wird. Er wird senkrecht auf einer nach innen gewölbten Fläche aufgestellt, aus seiner Mittelöffnung soll das Wasser herauslaufen. Unkompliziert und ohne Barrieren zugänglich, könnten im Sommer auch Kinder darin spielen, erläutert Kulturmanager Stolzenberger. So solle das Kunstwerk helfen, dass der Quartiersplatz "von der Bevölkerung angenommen und erobert wird".

Die Brunneschale, in der das Wasser aufgefangen wird, will Franke mosaikartig pflastern. Als Motiv hat er eine Mispelblüte gewählt. Die auch "geldrische Rose" genannte Blüte ziert seit dem 14. Jahrhundert das Erkelenzer Stadtwappen. Sie wies auf die Zugehörigkeit zur Gelderner Verwaltungshoheit hin. Mit dieser Gestaltung habe Franke in besonderer Weise den Bezug zur Stadt Erkelenz hergestellt, sagt Stolzenberger. Und nicht zuletzt habe die Jury überzeugt, dass der Künstler den Mühlstein als Symbol für das Wohngebiet Oerather Mühlenfeld gewählt habe.

Der Brunnen kann gebaut werden, sobald der Hauptausschuss und Stadtrat dem Beschluss des Kulturausschusses folgen. Die Kosten von rund 50.000 Euro für Honorar, die Ausführung des Kunstwerks und die technischen Anlagen übernimmt die Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft der Stadt Erkelenz (GEE), die das Mühlenfeld erschlossen hat.

(RP)
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