Erkelenz: Ein moderner Ort mit viel Tradition

Erkelenz : Ein moderner Ort mit viel Tradition

Zum ersten Mal luden die Immerather Ortsvereine zum Neubürgertag ein. 38 Haushalte am Umsiedlungsstandort werden von Zugezogenen bewohnt. Sie wurden mit dem Leben in Immerath (neu) vertraut gemacht.

Die Karnevalsgesellschaft "Immeroder Seckschürger" ist erst im Jahr 2001 gegründet worden und fällt damit in die Zeit des Starts des Umsiedlungsprozesses. Heute, 13 Jahre danach, hat sich die Gesellschaft längst gemausert. "99 Prozent unserer 114 Mitglieder sind aktiv auf der Bühne", sagt Vorsitzende Heike Heyll nicht ohne Stolz. Die Umsiedlung hat die Gesellschaft stark gemacht. Davon profitieren sollen auch die, die nicht in Immerath geboren und aufgewachsen sind, sondern erst im weiteren Verlauf ihres Lebens das Örtchen kennengelernt haben. Die Karnevalsgesellschaft, der SV Immerath, die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft und alle weiteren Institutionen des Ortes gaben sich am Samstag im Kaisersaal die Ehre und luden die Neubürger des Dorfes ein.

Mittendrin im Geschehen: Gisela Berger, die Vorsitzende des Bürgerbeirates. Sie hat die Umsiedlung von Immerath (alt) nach Immerath (neu) federführend begleitet. Mehr als vier Jahre lebt sie nun am Umsiedlungsort. Sie hat akzeptiert, dass sie und die vielen anderen Menschen auch, die vom Braunkohlentagbau Garzweiler II betroffen sind, an einem anderen Ort eine neue Heimat finden und aufbauen mussten. "Die Umsiedlung hat ja auch viele Chancen für uns gebracht. Etwa dieser Neubürgertag. Die Häuser hier sind nach neuesten Standards gebaut. Der Kaisersaal wird viel genutzt. Das Dorf ist nach dem alten Ortsvorbild angelegt, was für den Nicht-Immerather so eindeutig nicht zu erkennen ist. Wir sind ein moderner Ort mit Tradition", sagt sie. Weil eben nicht alle Ur-Immerather mitgezogen sind, blieben Grundstücke frei. Gisela Berger war es wichtig, dass sie in die freie Vermarktung kamen. Mit Erfolg. 38 Haushalte gibt es in Immerath (neu), die inzwischen von Zugezogenen bewohnt werden. "Den Vereinen war es ein Anliegen, sie mit dem Ort vertraut zu machen. Sie haben jeden Haushalt besucht und die Einladung zum Neubürgertag persönlich überreicht", sagt Berger.

Zu den neuen Immerathern zählen Franz-Josef und Hanne Berger. Ihr Haus in Kückhoven haben sie ihrer Tochter und deren Familie überlassen. "Wir wollten nicht weit von ihnen weg sein, da bot sich Immerath (neu) an", sagt das Ehepaar. Seit gut zwei Wochen lebt es nun im Umsiedlungsort und schätzen die neue Heimat schon sehr. Franz-Josef Berger kann sich gut vorstellen, sich zu engagieren. "Vielleicht kann man so etwas wie einen Lauftreff organisieren", hat er bereits erste Ideen. Jörg Thiede vom SV Immerath wird sich das sicherlich interessiert angehört haben.

Rund 40 Menschen leben noch in Immerath (alt). Gisela Berger macht das Sorge - allein schon aus Sicherheitsgründen. Sie, aufgewachsen in Haus Pesch, vermeidet, so gut es geht, Fahrten in die alte Heimat.

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