Erkelenz: Ein kunterbunter Osterbaum für Hetzerath

Erkelenz: Ein kunterbunter Osterbaum für Hetzerath

Der Frühling im Ort wird mit einer Ostertradition begrüßt: Gemeinsam schmücken die Dorfbewohner einen Nussbaum.

Trotz frostiger Temperaturen versammelten sich Hetzerather zum dritten gemeinsamen Schmücken des Ostereierbaums vor dem Städt. Kindergarten in Hetzerath - eine Aktion, die das ganze Dorf verbindet. Eingeläutet wurde die Veranstaltung mit einem kindgerecht gestalteten Familiengottesdienst in der Kirche. Katechetin Hiltrud Brunen feierte mit den Kindern den Frühlingsbeginn mit Liedern und einer Bildergeschichte.

Kurz darauf strömten die Kinder mit ihren Eltern aus der Kapelle, um sich draußen mit allen anderen "Baumschmückern" zu treffen - der Löschzug Hetzerath der Freiwilligen Feuerwehr Erkelenz war ebenfalls wieder mit von der Partie, um mit Leitern die Dekorationsarbeiten ganz oben im Baum zu meistern und den Kindern beim Schmücken unter die Arme zu greifen. Und das durchaus im wörtlichen Sinne, für Nele und Lina beispielsweise liegen die Äste auf ihren eigenen Beinen noch ein gutes Stück zu weit oben.

Für ihren Osterbrauch hatten sich die Hetzerather für dieses Jahr ein ambitioniertes Ziel gesetzt: 500 bemalte Eier wollten sie in den Baum hängen und damit eine neue "Höchstgrenze" knacken. Letztendlich haben sie ihre eigenen Vorstellungen weit übertroffen, über 730 Eier fanden ihren Weg zwischen die Äste des Haselnussbaums vor dem Kindergarten. "Von den Eiern sind etwa 150 echt, der Rest ist aus Kunststoff. Sie sind aber allesamt eigenhändig bemalt worden", erläuterte Gerd Schmalen, der als Organisator an der Aktion mitwirkt, die neuen Eier mit seiner Frau im gemeinsamen Hofladen sammelt und dort auch immer wieder die abgeschmückten Eier für das nächste Mal bereithält. "Nächstes Jahr nehmen wir uns 1000 Eier vor", lachte er. "Wir wollten etwas tun, was nicht jedes Dorf macht", sagte Schmalen über den Ursprung des Osterbaums. Gemeinsam wurde über Einfälle diskutiert, bis Heinz-Willi Wyen das Osterbaumschmücken vorschlug. Die Wahl fiel aus mehreren Gründen auf den Nussbaum vor Kindergarten und Kirche - er kommt mit seiner Größe nicht nur den "Dekorateuren" entgegen, er wurde vor 20 Jahren dort neu gepflanzt. Die Frühlingsaktion stößt jedes Jahr wieder auf gute Resonanz, auch Gerd Schmalen zeigte sich erneut zufrieden: "Für die Kinder gibt es nichts Schöneres, alles passt harmonisch ins Bild, und innerhalb der letzten Jahre hat es sich zu einer wirklich schönen Tradition entwickelt", sagte er. Einziger kleiner Wermutstropfen: Der gemütliche Ausklang wurde bei den kalten Außentemperaturen von den Meisten gegen einen Becher heißen Kakaos und eine recht zügige Heimreise getauscht. Dennoch präsentierte sich das Baumschmücken genauso, wie es sich die Ideengeber erträumt hatten, eine Tradition für Jung und Alt, die gemeinsam und generationsübergreifend gelebt wird.

(RP)