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Erkelenz: Ein Kunstrasenplatz für Schwanenberg

Erkelenz : Ein Kunstrasenplatz für Schwanenberg

Einstimmig beschloss der Kultur- und Sportausschuss, den maroden Aschenplatz in Schwanenberg in einen Kunstrasen umzuwandeln. Die Stadt ist mit 255 000 Euro dabei. Knapp 150 000 Euro muss der SV Schwanenberg beisteuern.

Bislang ist die Stadt Erkelenz kunstrasenfreie Zone. Folgen Hauptausschuss und Rat aber dem Votum des Kultur- und Sportausschusses, gehören diese Zeiten bald der Vergangenheit an. Denn dessen Mitglieder beschlossen einstimmig, den maroden Aschenplatz in Schwanenberg in einen Kunstrasen umzuwandeln. Dafür nimmt die Stadt insgesamt 255 000 Euro in die Hand. Bauherr ist der Fußballverein SV Schwanenberg, der für das Jahr 2014 von der Stadt für dieses Projekt einen Zuschuss von 195 000 Euro erhält. Dazu erstellt die Stadt ab diesen Sommer den für die Herrichtung des Platzes notwendigen Randbereich sowie einen Pflasterweg und rodet das am Rand stehende Grün. Die Kosten dafür belaufen sich auf 20 000 Euro. Dazu bezahlt die Stadt die 2014 zu errichtende Zaunanlage um den Platz — die schlägt mit 40 000 Euro zu Buche.

Die weiteren knapp 150 000 Euro muss der SV Schwanenberg selbst aufbringen. Bereits seit März 2009 verfolgt der Spielverein sein Kunstrasenprojekt. Den aktuellen Spendenstand gab SV-Vorsitzender Thomas Graf auf Nachfrage mit rund 70 000 Euro an — etwas mehr als diese Summe fehlt also noch. Graf: "Wir kalkulieren mit Gesamtkosten von knapp 400 000 Euro." Über Modelle der Restfinanzierung will der Verein seine Mitglieder in einer im Juni stattfindenden Außerordentlichen Versammlung informieren. Fest steht schon einmal der Kunstrasen-Hersteller. "Wir haben mit der Hennefer Firma Trofil ein Komplettpaket vereinbart", erläuterte Graf.

In der Vergangenheit hatte die Stadt für das vom SV "6480 m² Zukunft" getaufte Projekt nur einen Zuschuss in Höhe von etwa 25 000 Euro in Aussicht gestellt. Den Sinneswandel begründete in der Ausschusssitzung der Erste Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen: "Im Unterschied zu damals reden wir nun über eine grundlegende Sanierung." Diese sei nicht zuletzt durch ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten erforderlich geworden. "Ein derartiges Gutachten haben wir 2012 für drei Aschenplätze im Stadtgebiet erstellen lassen, die in einem schlechten Zustand sind. Jedes Gutachten hat 4000 Euro gekostet. Dabei kam heraus, dass nur vom Platz in Schwanenberg gesundheitliche Gefahren ausgehen könnten — im Form von Staub, weswegen eine ständige Bewässerung erforderlich ist", erläuterte Gotzen.

Für die Sanierung des Aschenplatzes hatte die Verwaltung Gesamtkosten von rund 235 000 Euro ermittelt — 115 000 Euro für Abtransport und Entsorgung der bisherigen Schlackeschicht, 120 000 Euro für die Neuanlage mit Drainage. Fazit: Der Mehraufwand für den Kunstrasen beträgt für die Stadt lediglich 20 000 Euro. Voraussetzung für dessen Realisierung ist aber auch, dass das aktuell bis zum 31. Oktober 2026 laufende Pachtverhältnis der Stadt mit der evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg vorzeitig verlängert wird — der Kirchengemeinde gehört das Grundstück, auf dem die Sportanlage liegt.

Sehr flott war vor diesem Hauptpunkt der Sitzung die übrige Tagesordnung abgearbeitet worden. Die von der Stadt stichprobenartig vorgenommene Überprüfung der Nutzung von Hallenzeiten seitens der Vereine habe ergeben, dass dies bei zehn Prozent nicht der Fall gewesen sei, berichtete Gotzen. "Wir haben 248 Einzelprüfungen vorgenommen — bei 25 war die Halle nicht belegt."

Problemlos wurden auch Zuschüsse für Vereine und weitere Institutionen bewilligt. Größte Posten: Das Lövenicher Feuerwehrmuseum wird wie bislang mit 5000 Euro im Jahr unterstützt. Der Stadtsportverband Erkelenz erhält für die Durchführung von Stadtmeisterschaften 3500 Euro, der Stadtmusikbund für seine Aktivitäten 2500 Euro.

(emo)