Erkelenz: Ehekartei aus 50 Jahren jetzt digital

Erkelenz: Ehekartei aus 50 Jahren jetzt digital

Das Standesamt Erkelenz hat sein ambitioniertes Ziel erfüllt, alle 12.000 Einträge des Eheregisters 1958 bis 2008 zu digitalisieren. Fünf Jahre lang war das Team vom Standesamt neben seiner Arbeit mit diesem Projekt beschäftigt.

Oft wird Standesbeamtin Daniela Koep gefragt, ob im Standesamt denn nicht sowieso alles digital sei. Fakt ist aber, dass alle Personenregister vor dem 1. Januar 2009 manuell auf Papier ausgestellt wurden. Um in Zukunft Zeit und Arbeit zu sparen, wurden 12.000 Karteikarten des Eheregisters beim Standesamt Erkelenz in sorgfältiger Handarbeit digitalisiert.

"Vor ungefähr fünf Jahren haben wir uns das Ziel gesetzt, alle Urkunden, die zwischen 1958 und 2008 ausgestellt wurden, zu digitalisieren", sagte Daniela Koep. So gingen 12.000 Karteikärtchen und 50 Jahre Eheschließungen durch die Hände der Standesbeamten, bis das Ziel erreicht war. "Das Eheregister zu digitalisieren, erschien sinnvoll, weil man beim Ausstellen von Eheurkunden die Daten aus dem Familienbuch sowieso in ein elektronisches Register übertragen musste", erklärte Koep. Auch für die Bürger ist das digitale Eheregister von Nutzen - der aktuellste Stand des Registers kann jetzt in kürzester Zeit als Eheurkunde oder Registerausdruck gefertigt werden. Dass die Zeit der Übertragung fünf Jahre in Anspruch genommen hat, läge daran, dass die Standesbeamten die Erfassung neben ihrer eigentlichen Arbeit erledigt haben. Die anderen Personenregister zu digitalisieren, ist für Koep noch Zukunftsmusik: "Die Geburtenregister beispielsweise werden anlassbezogen digital nacherfasst, das gestaltet sich aber wegen der größeren Menge als schwieriger." Zunächst seien alle Beteiligten sehr stolz über das, was sie geschafft haben.

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Der erste Beigeordnete der Stadt, Hans-Heiner Gotzen, freute sich auch über diesen Schritt. "Das Wort ,Digitalisierung' ist schon seit einiger Zeit in aller Munde. Es ist ein Prozess von vielen Bausteinen, der vonstattengeht. Das vollständig digitale Eheregister ist einer davon." Er sieht Erkelenz als gut vorbereitet für die immer weiter fortschreitende Digitalisierung und nennt als Beispiele die digital geführten Verwaltungsvorgänge bei Grundbesitzabgaben und das freie WLAN im Standesamt. Als nächsten Schritt sieht er in der Zukunft eine ausschließlich digitale Kommunikation zwischen den Bürgern und dem Standesamt. Für solche Maßnahmen müsse sich jedoch ausreichend Zeit genommen werden.

(RP)
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