Worte zur Woche: Dreimal Europa ganz nahe

Worte zur Woche : Dreimal Europa ganz nahe

Nennen wir sie „Europäische Woche“, die hinter uns liegt. Karl-Heinz Grimm vom Kreisgesundheitsamt berichtete in dieser, dass das Euregio-Projekt „Seniorenfreundliche Gemeinden“ von der Weltgesundheitsorganisation als vorbildlich gewürdigt worden ist.

Daran beteiligt sind Provinzen, Kreise und Kommunen wie Hückelhoven, Wassenberg und Wegberg, aber auch Unikliniken und Forschungseinrichtungen auf deutscher, niederländischer und belgischer Seite, die das Ziel verfolgen, gemeinsam helfende Strukturen für die wachsende Zahl älterer Menschen und vor allem solcher zu schaffen, die seelische oder demenzielle Probleme haben. Eine Auszeichnung für ein Projekt, das erst eineinhalb Jahre läuft und das auf noch weitere eineinhalb Jahre angelegt ist – ein zuversichtlich stimmender Erfolg.

Einen Schritt hin zu mehr europäischem, sprich grenzüberschreitendem Handeln gehen derzeit unter anderen der Naturpark Schwalm-Nette und die niederländischer Forstgenossenschaft, welche die Natur- und Waldbrandprävention vorantreiben. Begonnen wurde in dieser Woche damit, zwischen der deutschen Grenze bei Dalheim und dem ehemaligen Kloster St. Ludwig eine weitere Zufahrt für Lösch- und Rettungsfahrzeuge zu schaffen. Ein grenzübergreifender Evakuierungsplan wurde bereits erstellt. Es stehen aber noch viele weitere Aufgaben an, unterstrich die niederländische Forstgenossenschaft in einer Mitteilung, denn: „Durch die Zunahme extremer Wetterlagen in Folge des Klimawandels nimmt die Gefahr von Bränden in der Natur zu.“ Und da die Natur keine Grenzen kennt, ist es richtig und wichtig, gemeinsam zu handeln – im Kampf gegen den Klimawandel würde man sich solch ein gemeinsames Denken und Handeln auch mit anderen Staaten wünschen.

Europäisch ist auch das Klimacamp im Rheinland geworden, das jetzt wieder am Lahey-Park stattfand. Nicht, dass es in den vergangenen Jahren nicht von vielen Menschen anderer europäischer Staaten besucht worden wäre. Nein, mit europäisch ist gemeint, was von diesem inzwischen neunten Klimacamp in Erkelenz ausgegangen ist: Es sind europäische Ableger entstanden, die zum Teil zeitgleich oder an überschneidenden Terminen stattfinden. Selbst hat sich das Klimacamp im Rheinland dabei dieses Mal stärker mit den Menschen am Tagebau Garzweiler II vernetzt, hat sozusagen das Lokale stärker als früher mit dem Europäischen verknüpft.

andreas.speen@
rheinische-post.de

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