Erkelenz: Dreifachfeier in neuer Begegnungsstätte

Erkelenz: Dreifachfeier in neuer Begegnungsstätte

Knapp 200 Menschen versammelten sich am Samstagnachmittag auf der Baustelle St. Lambertus in Immerath (neu) und erlebten gleich drei Dinge: Grundsteinlegung und Richtfest für das künftige Gemeindezentrum – und die Palmweihe.

Knapp 200 Menschen versammelten sich am Samstagnachmittag auf der Baustelle St. Lambertus in Immerath (neu) und erlebten gleich drei Dinge: Grundsteinlegung und Richtfest für das künftige Gemeindezentrum — und die Palmweihe.

Gewöhnlich würzt Pfarrer Werner Rombach auch feierliche Anlässe gerne mit einem fröhlich-flotten Spruch. Doch als der Pfarradministrator von St. Maria und Elisabeth am Samstagnachmittag im Rohbau der künftigen Begegnungsstätte von St. Lambertus Immerath (neu) die in schöner Schreibschrift verfasste sehr große und überaus feierliche Grundsteinlegung-Urkunde verlas, da stockte dem Pastor mehrfach die Stimme, kämpfte er mit den Tränen — vor allem, als darin von der altehrwürdigen Kirche St. Lambertus in Immerath (alt) die Rede war, die 122 Jahre als Gotteshaus diente, ehe sie am 13. Oktober 2013 unter großer Anteilnahme entwidmet wurde.

"Genau ein halbes Jahr später sind wir hier versammelt, um bei der Begegnungsstätte den Grundstein für unsere Zukunft zu legen", erklärte Marlies Bereit, Vorsitzende des Kapellenvorstands von St. Lambertus, und erinnerte an den vor gut einem Jahr völlig überraschend gestorbenen leitenden Pfarrer Franz Josef Semrau: "Er hatte diese Begegnungsstätte mit uns geplant und wäre heute sicher sehr gerne bei uns." Und später im Gespräch mit der RP skizzierte Marlies Bereit auch noch die für sie sehr persönliche Dimension dieses Tages: "Mein Großvater hat vor 122 Jahren die Grundsteinlegung in der Kirche in Immerath als Kind miterlebt. Davon hat er gerne erzählt."

Nachdem Pfarrer Rombach ein Grußwort von Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff zur Grundsteinlegung verlesen hatte, erlebten die knapp 200 versammelten Menschen (darunter die komplette Erkelenzer Stadtspitze), wie die Original-Urkunde samt typischer "Beigaben" wie Tageszeitungen und Münzen in die blecherne Zeitkapsel gesteckt wurden. Diese wurde dann zur dafür vorgesehenen Maueröffnung am künftigen Kapellenraum getragen und dort hineingelegt — quasi versiegelt mit dem Grundstein, den der Golkrather Künstler Karl-Heinz Laufs geschaffen hat. "Gefertigt aus einer Stufe des Hauptaltars von St. Lambertus Immerath" steht darauf.

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Bevor dann das Richtfest zelebriert wurde, nahm Pater Paul Mathew die Segnung der Palmzweige vor. "Grundsteinlegung am Tag vor Palmsonntag: Das passt doch. So kann man sich diesen denkwürdigen Tag doch prima merken", bemerkte Rombach dazu — nun wieder ganz in seiner gewohnten Art. Um im Anschluss buchstäblich aufs Dach zu steigen. Denn nach dem Richtfestspruch, den Zimmermann Jens Pierich kredenzte, schlug der Pfarrer im Dach den obligatorischen letzten Nagel ins Holzgebälk.

Die Begegnungsstätte als solche skizzierte der Pfarrer launig wie folgt: "Wir erheben damit nicht den Anspruch, den salomonischen Tempel auch nur im Ansatz toppen zu können." Um sehr ernst hinzufügen: "Das schönste Gotteshaus taugt nichts, wenn es nicht immer wieder mit Leben gefüllt wird. Und genau das soll hier geschehen."

Im Anschluss bestand für alle Teilnehmer die Möglichkeit, den Rohbau persönlich zu erkunden — sichtbar in die Höhe gewachsen ist er schon.

(emo)
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