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Erkelenz: Drei Orte wollen die Umgehung - CDU hört sich Sorgen an

Erkelenz : Drei Orte wollen die Umgehung - CDU hört sich Sorgen an

Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Voussem, kam in Gerderhahn mit betroffenen Bürgern ins Gespräch. Das Problem ist die L 364.

"Der Busfahrer steigt jeden Tag mit den Kindern aus dem Bus, um die Kinder sicher über die Straße zu bekommen." Die Gerderhahner Bürgerin kennt die Szenerie in ihrem Wohnort nur zu gut. Obwohl das Dörfchen klein und beschaulich ist, ist dort Tag für Tag eine Menge los. So viel, dass sich die Einwohner des Ortes, der ein klassisches Straßendorf ist, seit Jahrzehnten um ihre eigene Sicherheit sorgen. Der Grund ist die Landstraße 364, die genau durch Gerderhahn führt. Das Ziel ist eine Umgehungsstraße - eigens dafür besuchte nun Klaus Voussem, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, den Ort, durch den jeden Tag tausende Pkw und Lkw fahren (2010 ergab eine Verkehrszählung 7000 Fahrzeuge - die Tendenz dürfte sich jedoch weit nach oben orientiert haben). Eingeladen zu diesem Ortstermin hatte der CDU-Stadtverband Erkelenz. Diese Einladung stieß auf große Resonanz, denn rund 70 Bürgerinnen und Bürger aus Gerderhahn und den ebenfalls betroffenen Orten Golkrath (auch durch diesen Ort verläuft die L 364) und Gerderath kamen nach Gerderhahn zur Diskussion.

 Die Landstraße 364 führt genau durch Gerderhahn. Tausende Autos und Lkw fahren daher täglich durch das kleine Dorf.
Die Landstraße 364 führt genau durch Gerderhahn. Tausende Autos und Lkw fahren daher täglich durch das kleine Dorf. Foto: ANKE BACKHAUS
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"Die schon seit vielen Jahren vorgesehene Ortsumgehung der Dörfer Gerderhahn und Golkrath durch die L 364 n konnte durch unsere Bemühungen bereits in den vordringlichen Bedarf des Landesstraßenbedarfsplanes aufgenommen werden", sagte Peter London, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Erkelenz. Und weiter: "Obwohl der Landesbetrieb Straßenbau schon 2010 mit den Vorplanungen begonnen hatte, sind leider keine weiteren Fortschritte erkennbar." Dies führte Klaus Voussem aus: "Seit 2010, seit also Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen regiert, ist jede Straßenplanung eingestellt. Im Klartext heißt das: Der Landesstraßenneubau ist auf ein Mindestmaß heruntergefahren worden. Gerade mal 32 Millionen Euro sind zu diesem Thema im Landeshaushalt eingestellt worden - und das bei dem Bundesland mit der größten Verkehrsdichte." Die Summe griff sogleich Thomas Schnelle, Kreis Heinsberger CDU-Landtagskandidat, auf: "Für den Bau der L 117 n fallen 15 Millionen Euro an. Daran sieht man, wie wenig letztlich die veranschlagten 32 Millionen Euro sind." Die L 117 n entlastet vor allem die Orte Millich und Ratheim auf Hückelhovener Stadtgebiet. Klaus Voussem betonte noch, der CDU-Landtagsfraktion gehe es um Lebensqualität und Sicherheit. Nicht nur könne es um den Umweltschutz gehen, unterstrich Voussem.

Prognosen sehen bis zum Jahr 2050 einen Zuwachs von bis zu 40 Prozent in Sachen Verkehr vor, sagten die Christdemokraten beim Gerderhahner Ortstermin. Umso wichtiger sei es, bei den kommenden Landtagswahlen den Regierungswechsel zu erzielen, "um die Streichliste von Rot-Grün in die Tonne zu kloppen", so Voussem, "denn ich erkenne die Notwendigkeit, hier die Umgehung zu bauen". Dass es zunächst nicht darum geht, die mögliche Trasse festzulegen, erklärte Peter London. "Es ist wichtig, dass wir parteiübergreifend Stimmung machen, und zwar zum Schutz der Menschen." Sollte es in Düsseldorf zum Regierungswechsel kommen, müsse man ab Mai an den Stellschrauben drehen.

Die Bürger beteiligten sich intensiv an der Diskussion. Sie beschrieben die Lage, dass die L 364 den Ort regelrecht teilt, dass Kinder nicht draußen auf der Straße spielen können. Auch Senioren würden sich vor allem in der dunklen Jahreszeit nicht auf die Straße trauen. Sie schilderten die unterschiedlichen Probleme, die das hohe Verkehrsaufkommen in dem Dorf seit Jahrzehnten mit sich bringt.

Die Landstraße 364 verbindet das große Wegberger Industriegebiet mit dem Siemens-Testring für Schienenfahrzeuge auf direktem Weg mit der Autobahn 46 (Anschlussstelle Hückelhoven-Ost).

(RP)