Autobahndreieck Jackerath RWTH Aachen baut drei neue Testfelder für autonomes Fahren

Erkelenz · Fahrzeuge sollen bereits Informationen über die vorausliegende Strecke, bevor sie diese mit ihrer eigenen Sensorik „sehen“ können.

 Auf der A44 im Autobahndreieck Jackerath herrscht ein hohes Interaktionslevel. Foto: Autobahn GmbH

Auf der A44 im Autobahndreieck Jackerath herrscht ein hohes Interaktionslevel. Foto: Autobahn GmbH

Foto: Autobahn GmbH

Nachdem bereits im Sommer 2021 die intelligente Infrastruktursensorik auf dem Campus Melaten in Aachen installiert worden ist, konnten in den vergangenen Monaten im Rahmen des vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) geförderten Projektes „Korridor für neue Mobilität Aachen – Düsseldorf (ACCorD)“ jeweils elf Messeinrichtungen auf einer Strecke von einem Kilometer entlang der Bundesstraße B 56 bei Aldenhoven und der Bundesautobahn A 44 am Autobahndreieck Jackerath montiert werden. Der Aufbau erfolgte im Auftrag des Instituts für Kraftfahrzeuge (ika) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Straßenwesen (isac) der RWTH Aachen. Ziel ist die Erhebung anonymisierter Verkehrsdaten, um eine fahrzeugunabhängige Datengrundlage für die Entwicklung und Absicherung automatisierter Fahrfunktionen zu schaffen. Die Auswahl der drei Standorte sorgt dafür, dass die Daten die verschiedensten Aspekte des Verkehrs im ländlichen Raum, auf der Autobahn, sowie im städtischen Verkehr abbilden.

Die erhobenen, anonymen Verkehrsdaten werden in zwei Anwendungsgebieten genutzt. Einerseits werden diese Daten in einer zentralen Datenbank abgelegt, um rückwirkend beispielsweise das Verhalten von Verkehrsteilnehmenden und deren Interaktionen untereinander zu analysieren. Andererseits können vernetzte und automatisierte Versuchsfahrzeuge diese Daten auf den digitalen Testfeldern an allen drei Standorten in Echtzeit über automobiles WLAN oder Mobilfunk empfangen, um vorausschauend handeln zu können. So erhalten Fahrzeuge bereits Informationen über die vorausliegende Strecke, bevor sie diese mit ihrer eigenen Sensorik „sehen“ können.

(RP)