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Die SPD im Kreis Heinsberg setzt auf Norbert Spinrath

Sozialdemokraten im Erkelenzer Land : Die SPD setzt bei der Bundestagswahl auf Norbert Spinrath

Bei der Delegiertenkonferenz in Heinsberg setzte Norbert Spinrath sich knapp gegen Mitbewerber Thorsten Neumann durch. Spinrath hat bereits Erfahrung im Bundestag.

Norbert Spinrath ist Direktkandidat der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) im Kreis Heinsberg bei der Bundestagswahl im September. Der 63-jährige Polizeibeamte, der bereits von 2013 bis 2017 dem Bundestag angehörte, setzte sich bei der Delegiertenkonferenz seiner Partei in der Sporthalle des Kreisgymnasiums Heinsberg mit 40 Stimmen  gegen den 44-jährigen Thorsten Neumann durch.

 Er ist der Mann für die Bundestagswahl im September: der 63-Jährige setzte sich gegen Thorsten Neumann durch und möchte zurück nach Berlin: Norbert Spinrath. RP-Foto: Kurt Lehmkuhl
Er ist der Mann für die Bundestagswahl im September: der 63-Jährige setzte sich gegen Thorsten Neumann durch und möchte zurück nach Berlin: Norbert Spinrath. RP-Foto: Kurt Lehmkuhl Foto: Kurt Lehmkuhl

Spinrath, der auch Kreisvorsitzender der SPD ist, war von seinem Ortsverband Geilenkirchen und vom Kreisvorstand vorgeschlagen worden. Neumanns Nominierung wurde vornehmlich von seinem Ortsverein Waldfeucht und den Jungsozialisten unterstützt. Die Delegierten hatten bei dem Treffen, bei dem sie im großen Abstand zueinander den Corona-Bedingungen entsprechend in der weitläufigen Sporthalle platziert waren, die Qual der Wahl zwischen zwei Kandidaten, deren Vorzüge nicht nur in den beiden Bewerbungsreden, sondern auch in Diskussionsbeiträgen von Delegierten deutlich wurden. Für Spinrath sprachen seine Vernetzung, seine Erfahrung und seine Bekanntheit über den Kreis Heinsberg hinaus. Neumann hingegen wurde als Mann der Zukunft gepriesen, als Signal dafür, dass die SPD mutig und engagiert auf einen Neubeginn setzt.

Beispielhaft für beide Positionen war das Auftreten von Delegierten aus dem Ortsverein Erkelenz: Die Vorsitzende Katharina Glässmann votierte für Neumann. Die SPD befinde sich in einer Talsohle und würde mit Neumann ein mutiges Zeichen des Aufbruchs setzten. Ihr Parteifreund Ferdinand Kehren sprach für Spinrath, der „jung im Geiste“ sei und dank seiner Verbindungen noch viel bewegen könne. Die SPD im Kreis Heinsberg könne froh sein, zwei gute Bewerber für die Kandidatur zu haben. Seine Empfehlung und die anderer Sprecher: Neumann solle sich bei der nächsten Nominierung in vier Jahren noch einmal bewerben.

In ihren politischen Zielen lagen die beiden Bewerber nicht so weit auseinander. Beide setzen sich für die Förderung der sozialen Gerechtigkeit, die Schaffung bezahlbaren Wohnungsraums, das Vorantreiben der Digitalisierung, eine bessere Mobilität durch den Öffentlichen Personennahverkehr und für mehr Unterstützung des Strukturwandelns in der Region und insbesondere im Bereich des Braunkohletagebaus ein.

„Das fühlt sich nicht wie eine Niederlage an“, meinte der unterlegene Neumann nach der knappen Entscheidung zugunsten von Spinrath. Er fühlt sich vielmehr bestärkt in seinem Bemühen, sich noch mehr in die Parteiarbeit zu engagieren. „Ich bringe die Bereitschaft mit, auch im Kreisvorstand Verantwortung zu übernehmen“, sagte der in Waldfeucht mit seiner Familie wohnende Verlagsinhaber. Spinrath appellierte an seine Parteifreunde, jetzt gemeinsam in einen guten Wahlkampf zu gehen. Er hatte bei der letzten Bundestagswahl bei den Erststimmen um acht Prozent besser als das SPD-Bundesergebnis abgeschnitten und setzt darauf, seinen Stimmanteil noch zu erhöhen. Zugleich will er mit Unterstützung der Delegierten der SPD aus dem Kreisgebiet bei der Landesdelegiertenkonferenz im April darum kämpfen, auf der heiß umkämpften Landesreserveliste besser platziert zu sein als 2017, als sein Platz nicht mehr für den Einzug ins Parlament reichte.