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Erkelenzer Land: Die Grippewelle rollt durchs Land

Erkelenzer Land : Die Grippewelle rollt durchs Land

Die Krankenstände in Erkelenz und dem Kreis Heinsberg sind hoch: echte Viruserkrankungen noch selten, dafür viele hartnäckige Erkältungserkrankungen.

Die Grippewelle ist im Erkelenzer Land angekommen. Die Praxen der Hausärzte sind voll mit schniefenden und schnaufenden Patienten. Nach offiziellen Zahlen sind echte Viruserkrankungen im Kreis Heinsberg jedoch derzeit noch selten. Erkältungskrankheiten sind derzeit im Umlauf, die für den Laien kaum von Virus-Infekten zu unterscheiden sind.

An Schulen, in Büros und in den Stadtverwaltungen sind die Krankenstände zurzeit hoch. "Keine Zeit" ist eine häufige Antwort der Hausärzte auf Presseanfragen zur Grippewelle. In ihrer Praxis sei schlicht die Hölle los, sagt eine Sprechstundenassistentin aus Wegberg. Von übervollen Praxen berichten auch Kolleginnen in Erkelenz. Wartezeiten von zwei bis drei Stunden seien keine Seltenheit, berichten wiederum Patienten.

"Die Grippewelle ist da", bestätigt Dr. Karl-Heinz Feldhoff, Leiter des Kreisgesundheitsamts. Erkrankungen an echten Virus-Grippen, Influenza genannt, wurden im Kreis jedoch selten nachgewiesen. Neun bestätigte, aber nicht schwere Fälle habe es in den vergangenen Monaten gegeben. Feldhoff geht aber von "einer ganz erheblichen Dunkelziffer" aus. Denn zur Virusgrippe gesellten sich momentan hartnäckige Erkältungserkrankungen. Für den Patienten seien die Symptome zu Anfang kaum zu unterscheiden.

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Zudem verweist er auf eine Mitteilung des Landeszentrums für Gesundheit NRW von Dienstag, 12. Februar. Dort warnt die Arbeitsgemeinschaft Influenza vor steigenden Fallzahlen in den vergangenen fünf Wochen. Bisher wurden landesweit 1450 Erkrankungen nachgewiesen — mehr als dreimal so viele wie in der Vorsaison, jedoch weniger als 2010/2011. Zudem komme es bei schweren Krankheitsverläufen gehäuft zu schwerem Lungenversagen.

Deshalb empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Medizinern, in schweren Fällen frühzeitig Abstriche zu machen, um die Erreger zu bestimmen, berichtet Dr. Karl-Heinz Feldhoff.

Ob Virusgrippe oder grippaler Infekt, die Krankenstände sind derzeit hoch im Erkelenzer Land. An Schulen melden sich Schüler ab, auch die Kollegien sind dezimiert. Von rund 50 Prozent mehr Krankmeldungen bei den Schülern als normalerweise spricht etwa Willi Schmitz, Schulleiter der Europaschule (Realschule) Erkelenz. Auffällig sei, dass die Erkrankungen langwieriger seien als üblich. Elf von rund 90 Kollegen seien momentan krank, berichtet Peter Boidol, der Leiter des benachbarten Cornelius-Burgh-Gymnasiums. Das sei beachtlich, für die Grippesaison jedoch nicht ungewöhnlich. Für die Kollegien bedeute das Mehrbelastung. "Da müssen wir jetzt durch", sagt Schmitz.

Eine erhöhte Zahl an Erkrankungen melden auch die Stadtverwaltungen Erkelenz und Wegberg. In der Mühlenstadt fehlen derzeit 15 von rund 100 Kollegen. Vor zwei Wochen seien die Ausfälle sogar etwas stärker gewesen, bestätigt Jörg Arndt vom Personalservice der Stadt. Auch vor dem Personal des Hermann-Josef-Krankenhauses in Erkelenz machen die Erkrankungen nicht Halt. Erhöhte Krankenzahlen meldet hier die Personalabteilung. Und: In der benachbarten Notfallpraxis herrscht das gleiche Bild wie bei den niedergelassenen Ärzten: sehr viele grippale Infekte, echte Virusgrippen gebe es aber nur vereinzelt.

Hier geht es zur Infostrecke: Grippewelle – So schützen Sie sich vor einer Infektion

(prei)