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Detlef Bonsack verlässt das Jugendzentrum ZaK in Erkelenz

Wechsel nach Mönchengladbach : Bonsack nimmt Abschied vom ZaK

Detlef Bonsack verlässt das evangelische Jugendzentrum ZaK nach 28 Jahren als dessen Leiter. Er betreut künftig im Kirchenkreis Mönchengladbach andere Jugendleiter. Zum Abschied beschreibt er den Wandel seiner Arbeit.

Sein Name ist untrennbar mit dem ZaK, dem Jugendheim der evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz an der Mühlenstraße, verbunden: Detlef Bonsack. Seit 1995 leitet er mit seiner Kollegin Gabi Lanze das neue Jugendheim, nachdem er zuvor ab 1990 im ehemaligen EFFA als Jugendleiter tätig war. Doch jetzt endet diese Zeit, für viele überraschend, für einige verständnisvoll.

Detlef Bonsack hat seine Jugendleiterstelle bei der Kirchengemeinde Erkelenz gekündigt und wechselt zum 1. Januar als Jugendreferent in den Kirchenkreis Mönchengladbach. „Mit 55 Jahren möchte ich noch einmal etwas Neues machen. Es ist Zeit für etwas Anderes“, erklärt Bonsack, der 1990 als Erzieher und Diakon in Erkelenz anfing und der inzwischen auch Diplomsozialpädagoge und systemischer Berater ist. „Als ich mit 28 Jahren in Erkelenz angefangen habe, hatte ich gedacht, dass sei eine Anstellung für fünf, sechs Jahre.“ Dass es fast ein gesamtes Arbeitsleben wurde, war damals nicht abzusehen oder geplant, zeigt aber auch, dass Bonsack engagiert und erfolgreich wirkte, so dass die Jahre und Jahrzehnte wie im Fluge vergingen.

Rückblickend betrachtet, hat er spannende, abwechslungsreiche, aber auch anstrengende Jahre in der Jugendarbeit verbracht. Doch jetzt sind Antrieb, Motivation, Energie nicht mehr die, die Bonsack noch vor einigen Jahren hatte. „Der Wechsel kommt quasi zwangsläufig, und es ist besser, einen neuen Job anzutreten, als im alten immer mehr die Bindung zu verlieren.“

Die vielen Jahren in der Jugendarbeit haben Spuren hinterlassen; nicht nur bei Bonsack, sondern auch in der Kirchengemeinde; was halt nicht zuletzt dadurch deutlich wird, dass Bonsack und ZaK oft in einem Atemzug genannt werden. „Die offene Jugend- und Kinderarbeit ist im ständigen Wandel begriffen“, sagt Bonsack. Immer wieder haben er und seine Kollegin Gabi Lanze die Arbeit den wechselnden Umständen anpassen müssen. Da war zunächst das Aufbauen des neuen ZaK, die Arbeit mit dem russlanddeutschen Jugendlichen, die nach der Übersiedlung in Erkelenz heimisch wurden, danach kam die Zeit der jugendlichen Flüchtlinge, für die das ZaK nach wie vor eine Anlaufstelle ist. Nicht ohne Auswirkungen bleibt der offene Ganztagsunterricht auf die offene Jugendarbeit: „Die Kinder und Jugendlichen kommen später als früher. Viele verbringen hier ihre Zeit, die längst nicht mehr aus Hausaufgaben, Kickern und Basteln besteht.“

Erschreckend nennt Bonsack die schleichende Armut und Vereinsamung. Da ist eine andere Jugendarbeit gefordert als noch vor Jahren, als die Betreuung im Vordergrund stand. Es muss noch mehr Hilfe gegeben werden. Froh ist Bonsack daher, dass es immer noch die ZaK-Teamer gibt, diejenigen Jugendlichen, die ehrenamtlich im ZaK mitarbeiten. „Es wird aber schwerer, neue Teamer zu motivieren.“

Pfarrer Günter Jendges listet auf, was Bonsack alles geleistet hat: „Zu seinen Aufgaben gehörten zum Beispiel die vielfältigen Angebote im ZaK, Ferienspiele, Sommerfreizeiten, Jungenarbeit, die Leitung der Theatergruppe und die Organisation von Konzerten. In den letzten Jahren kamen als Schwerpunkte hinzu: das ZaK-mobil im Oerather Mühlenfeld, die Inklusion, die Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen und das Thema Faires Jugendhaus.“

So ganz nimmt Bonsack nicht Abschied von Erkelenz. Er behält seinen Wohnsitz im Marienviertel und fährt zu seinem Büro nach Rheydt. Dort betreut er als Jugendreferent dann selbst Jugendleiter, die die Arbeit machen, die 28 Jahre lang sein Leben geprägt hat.