Erkelenz: Der Tag, an dem Matzerath schottisch ist

Erkelenz : Der Tag, an dem Matzerath schottisch ist

Die Matzerather Schotten, die Gruppierung der St.-Josef-Schützenbruderschaft, luden zur achten Auflage ihrer Highlandgames. Der muntere Clan hat es geschafft, die außergewöhnlichen Spiele auf dem Bolzplatz zu etablieren.

Ken McKinney ist ein waschechter Schotte. Und damit auch der ganze Stolz der Matzerather Schotten. Ein Teil der männlichen Dorfbevölkerung hat sich vor vielen Jahren zu einem Clan zusammengetan, um als Teil der Matzerather St.-Josef-Schützenbruderschaft neue Sitten und Bräuche in das rund 360-Seelen-Dorf zu bringen. Zu diesen Bräuchen zählen die Highlandgames. Am Samstag fiel zum achten Mal der Startschuss zu den ausgefallenen Spielen auf dem Bolzplatz.

Mit den Jahren hat sich immer mehr Publikum nach Matzerath aufgemacht, um den Mannschaften zuzusehen. Das war auch am Samstag so. Trotz eines ordentlichen Regenschauers stimmte die Laune sowohl bei den Matzerather Schotten als auch bei den vielen Besuchern. "Gehen Sie auch zu den Highlandgames?", fragten sich Ortsunkundige derweil durch – das Interesse ist nicht nur scheinbar, sondern eben frappierend groß.

Zurück zu Ken McKinney, dem waschechten Schotten: Traditionsgemäß trug auch er seinen Schottenrock und unterhielt das Volk auf dem Bolzplatz in "Matzedonien" gekonnt mit Dudelsackmusik – wobei auch so unschottische Weisen wie das Pippi-Langstrumpf-Lied erklangen.

Wer bei den Highlandgames mitmacht, muss gut zupacken können, stark und furchtlos sein. Für die teilnehmenden Mannschaften hatten die Matzerather Schotten echte schottische Wettkampfarten zurechtgelegt, bei denen es hoch her ging. Mal eben rund 100 Kilo schwere Steine wuchten, mit Baumstämmen durch einen Parcours jagen, Strohballen werfen, Tauziehen oder auch der tollkühne Balanceakt auf dem Schwebebalken, der über einen Wassergraben führte: Die Mannschaften durften keinerlei Schwächen zeigen, wollten sie ganz oben mitmischen. Und doch: Natürlich stand den ganzen Tag über der Spaß im Mittelpunkt des Geschehens. Die Teams ihrerseits zeigten bei der Wahl ihrer Mannschaftskleidung Kreativität. So wussten beispielsweise die Männer, die in rosa-pinken Schottenröcken zu den Spielen erschienen, besonders zu gefallen.

Klar auch, dass Bürgermeister Peter Jansen sich den Spaß nicht nehmen ließ, um das zu testen, was auch die Mannschaften erledigen mussten. All' das und mehr hatten die Matzerather Schotten noch während der Spiele auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht für diejenigen, die nicht dabei sein konnten. Und flugs kommentierten die dann auch ihr Bedauern, nicht dabei sein zu können.

Unterm Strich: Mit den Highlandgames haben die Matzerather Schotten tatsächlich längst mehr als einen Geheimtipp in der heimischen Region etabliert. Was als kleine Veranstaltung anfing, zieht mittlerweile viel Publikum in das beschauliche Dörfchen "Matzedonien".

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