Schwerpunkt Musik und Gehör: Der gute Ton macht auch die Musik

Schwerpunkt Musik und Gehör : Der gute Ton macht auch die Musik

In der Kreismusikschule lernen Teilnehmer, Töne qualitativ anspruchsvoll zu erzeugen und die Stücke deren Charakter entsprechend vorzutragen. Dem Gehör kommt hierbei entscheidende Bedeutung zu.

Auf dem Weg zur Verwaltung der Kreismusikschule, die sich im, vom Schulring gesehen, linken Gebäudeteil befindet, sind aus den Räumen Töne unterschiedlichster Instrumente ebenso zu hören wie beim Besuch einzelner Musikschüler im rechten Teil. Beinahe alle gängigen Streich-, Blas-, Tasten- und Schlaginstrumente können Interessierte hier sowie in vier weiteren Städten lernen. Dass dem Gehör dabei große Bedeutung zukommt, betont Leiterin Gerda Mercks.

"Musik zu machen hat viel mit Hören zu tun: um gut zusammen spielen zu können oder allein eine gute Qualität der Töne zu erreichen." Als Dozentin für Klavier macht sie die Tonbildung anhand des Tasteninstruments deutlich. "Man muss überlegen, ob der Ton hart oder weich sowie kurz oder lang klingen soll." Weicher werde er zudem, wenn das Pedal dazu genommen wird. Um "schöne Musik" zur erzeugen, sei musikalisches, dem Sinn des Stückes entsprechendes Spiel wichtig.

Seit eineinhalb Jahren spielen Charlotte (10) und Anna (9) zusammen Gitarre. Gutes Zuhören ist beim gemeinsamen zweistimmigen Spiel unabdinglich, wie beide berichten. "Wir achten darauf, dass wir nicht aus dem Takt kommen", so Anna, und Charlotte ergänzt: "Falls doch einmal, suchen wir uns eine Stelle, an der wir wieder anfangen." Inzwischen haben sie damit begonnen, sich selbst mit einer zweiten Stimme zu begleiten, beschreibt Lehrer Lothar Goertz die Fortschritte.

Beim Vorspiel sind die tieferen Töne entsprechend zu deuten. Es komme darauf an, so zu spielen, dass die Melodie hervortrete, bemerkt Gerda Mercks. In einem anderen Raum ist Luna (11) mit Lehrerin Petra Moritz dabei, das Lied "Morgen kommt der Weihnachtsmann" auf dem Cello einzuüben. "Gerade für Streichinstrumente braucht man ein sehr gutes Gehör", betont Mercks. Mit dem Bogen bringen die Musiker die Saiten zum Schwingen, wobei fehlende Markierungen auf dem Instrumentenhals die Tonfindung erschweren.

In anderen Stunden spielt das Mädchen mit Schwester Stella (12) - dann ist gute Wahrnehmung des eigenen Spiels und das der anderen entscheidend für den Erfolg. Einen Einblick in die "Gehörbildung", die mit Tonsatz, Harmonielehre und Liedbegleitung die "Studienvorbereitende Ausbildung" für die Studiengänge Instrumental-Pädagogik und Schulmusik ausmacht, gibt Koordinator Robert Scholtes. "Der beste Einstieg ist, Lieder nach Gehör zu spielen und im nächsten Schritt die Noten ohne Hilfe eines Instruments aufzuschreiben", erläutert er.

Klavierschüler Magne (11) stimmt kurzerhand die ersten Takte vom Weihnachtslied "Jingle Bells" an, so wie er es bereits zuvor allein durch Zuhören getan hatte. Beim Festlegen von Intervallen, den Abständen zwischen zwei Noten, sind Eselsbrücken wie das "Kuckuck" aus dem entsprechenden Lied hilfreich. Das Hören von Akkorden, von mehreren Tönen gleichzeitig, kann ebenfalls geübt werden. "Danach sollten die Schüler ein Gefühl für Tonleitern bekommen", fährt Scholtes fort und betont: "Die Gehörbildung bringt nur etwas, wenn man sie regelmäßig durchführt.

" Der Erfolg der Kreismusikschule hinsichtlich geeigneter Studienvorbereitung kann sich sehen lassen: Allein seit dem Jahr 2014 sind es vier Schüler, die Musik studieren.

(cole)
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