1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Erkelenz: Demografischer Wandel als Herausforderung

Erkelenz : Demografischer Wandel als Herausforderung

Für viele Entscheider im Handwerk wird die älter werdende Belegschaft zu einer gravierenden Herausforderung, erklärt die Handwerkskammer nach einer Sonderumfrage für die Region Aachen. An der hatten 270 Firmen mit 5000 Beschäftigten teilgenommen. 40,4 Prozent der Befragten gaben an, dass bei ihnen in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich zwei Mitarbeiter in Rente gehen.

Personalengpässe befürchtet

"Bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße im Handwerk von sieben Beschäftigten sind deswegen Personalengpässe zu befürchten, die existenzgefährdend sein können", fasst die Handwerkskammer zusammen. Schließlich werde auch die Anzahl der Bewerber zurückgehen. Zwar hatten 67,3 Prozent der Betriebe noch keine Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, doch rund sechs Prozent mussten länger als früher suchen, und bei 6,5 Prozent blieb der Ausbildungsplatz unbesetzt.

Die meisten Betriebe ergreifen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung, ergab die Umfrage der Handwerkskammer. 61,3 Prozent haben ihre Ausbildung verstärkt, fast 60 Prozent qualifizieren ihre Mitarbeiter stärker und rund 48 Prozent machen Überstunden, um die Kundenaufträge zu erledigen.

Ergänzend greifen 18,5 Prozent der Inhaber auf Zeitarbeiter zurück oder decken Spitzen durch gegenseitige Kollegenhilfe ab. Knapp ein Drittel der Chefs will ältere Mitarbeiter länger im Betrieb halten und investiert in die Gesundheitsförderung und den ergänzenden Maschineneinsatz.

27,2, Prozent der Betriebe treffen Regelungen, um die Arbeit familienfreundlicher zu gestalten — auch in Männerdomänen wie dem Bauhandwerk oder den Handwerken für den gewerblichen Bedarf. Dabei haben die Firmeninhaber auch den Zufriedenheitsgrad der jungen Väter im Auge, die sich in die Betreuung ihrer Kinder einbinden möchten. Dem wollen die Chefs soweit möglich Rechnung tragen, ergab die Umfrage. Überdurchschnittlich viele Betriebsinhaber aus den stark mit weiblichen Fachkräften besetzten Gesundheits- und Nahrungsmittelhandwerken wollen die Familienfreundlichkeit steigern. 16 Prozent nutzen dabei den Service der Agentur für Arbeit oder privater Fachkräftevermittler.

Auf die verstärkte Einstellung und Ausbildung von Migranten setzen derzeit sieben Prozent der Handwerksunternehmen. Nur ein verschwindend geringer Teil (zwischen 1,2 und 2,1 Prozent) denkt daran, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben und anzustellen.

(RP)