Wegberg/Mönchengladbach Dauerthema Eiserner Rhein

Wegberg/Mönchengladbach · Die Initiative Metropolregion Rheinland, deren Mitglied auch Mönchengladbach ist, schlägt die Wiederbelebung der historischen Güterzugstrecke vor – zum Ärgernis der CDU. Die Stadt will das Vorhaben auch nicht umsetzen.

Die Initiative Metropolregion Rheinland, deren Mitglied auch Mönchengladbach ist, schlägt die Wiederbelebung der historischen Güterzugstrecke vor — zum Ärgernis der CDU. Die Stadt will das Vorhaben auch nicht umsetzen.

Der Eiserne Rhein ist und bleibt ein Dauerthema. Vor einigen Wochen hatten sich die Gemüter erhitzt, als bekannt wurde, dass der ehemalige NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger angeblich eine Absichtserklärung zum Ausbau der Güterzugstrecke unterzeichnet haben sollte. Nun geht es in die nächste Runde: Grund ist diesmal ein von den Oberbürgermeistern von Köln und Düsseldorf vorgestelltes Verkehrskonzept. 21 Projekte für Schienen-, Straßen und Schiffsverkehr von Emmerich bis Blankenheim sind aufgeführt, auch die Region Mönchengladbach und Wegberg ist betroffen. Das 21-Punktepapier wollen Jürgen Roters und Dirk Elbers als Vertreter der Initiative Metropolregion Rheinland Bundesverkehrsminister Ramsauer für den Bundesverkehrswegeplan vorlegen.

Zu den Vorschlägen gehört der Aus- oder Neubau einer Schienengüterverkehrsverbindung zwischen Roermond und Mönchengladbach. Kritik übt da vor allem die CDU in Mönchengladbach. "Wir wundern uns, dass der Oberbürgermeister den Eindruck vermittelt, dass Mönchengladbach die Wiederbelebung der Trasse unterstützt, ohne dass dieses Thema in den entsprechenden Gremien der Stadt thematisiert wurde", sagt Hans Wilhelm Reiners, Geschäftsführer der CDU-Ratsfraktion. Laut Reiners sei der Nutzen einer Wiederbelebung für die Stadt eher gering. "Profitieren würden davon in erster Linie Duisburg und Antwerpen", sagt er. Reiners würde sich wünschen, dass der OB "sensibler an dieses Thema herangeht". Immerhin würde eine Inbetriebnahme der historischen Trasse, die mitten durch Wegberg und Dalheim verläuft, auch für die Anwohner in Rheindahlen und Rheydt erhebliche Lärmbelastungen bedeuten.

Daran denke man in Mönchengladbach auch nicht, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Gladbacher Rathaus. "Die Stadt erkennt vor dem Hintergrund des in Zukunft stark zunehmenden Wirtschaftsverkehrs die Notwendigkeit einer leistungsstarken Schienengüterverkehrsverbindung Antwerpen — Rhein-Ruhr-Raum an", sagte Stadtsprecher Wolfgang Speen. Gleichwohl halte sie seit Ende der 90er Jahre unverändert an ihrer ablehnenden Haltung zur Reaktivierung der historischen Trasse des Eisernen Rheins fest. Daher sei es erforderlich, über alternative Trassenführungen für den Güterverkehr nachzudenken, wie etwa den Neubau einer Trasse entlang der A52. Da sieht Reiners aber ähnliche Probleme wie bei der Wiederbelebungsvariante der alten Trasse. Auch dort würden erhebliche Belastungen für Anwohner und Umwelt auftreten. "Ohne Lärmschutz wird keine der Varianten umzusetzen sein", sagte Reiners.

Zum Vorwurf, der OB würde die Wiederbelebung unterstützen, sagte Speen: "Die kritische Haltung der Stadt wurde in der Initiative entsprechend diskutiert. Da die Maßnahme in der Metropolregion zahlreiche Befürworter findet, wurde sie als eine von 21 Punkten in die Liste aufgenommen."

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