Das internationale Musikensemble „Emoción“ spielt in der Leonhardskapelle

Musikensemble „Emoción“ : Vielseitig, vielfältig, vielsprachig

Im fünfköpfigen Musikensemble „Emoción“ kommen unterschiedliche Nationalitäten, Stilrichtungen und Genres zusammen. Die Erkelenzerin Patrizia Portz ist Teil dieser außergewöhnlichen Zusammensetzung. Am 28. Dezember tritt sie mit dem Ensemble in der Leonhardskapelle auf.

Belgien, Peru, Deutschland, Venezuela, Frankreich, Libanon: So international wie das Musikensemble „Emoción“ zusammengestellt ist, so vielseitig sind auch die Einflüsse, die das Klangbild des Ensemble prägen. Von Tango, über Jazz zu Klassik. Orientalische Stücke und französische Chansons. Von Lateinamerika über Südafrika in den mittleren Osten. „Jeder Auftritt von uns ist eine bunte Mischung aus vielen Genres“, erklärt Patrizia Portz, die bei Emoción an der Geige spielt. Seit über zehn Jahren macht sie mit Joris Laenen (Klavier, Trompete, Arrangements), Christoph Schmitz (Cello), Ferdinand Schäfer (Perkussion) und Sängerin Sevine Abi Aad gemeinsam Musik – obwohl mittlerweile alle an verschiedenen Orten auf der Welt leben.

Seit vier Jahren wohnt Violinistin Patrizia Portz mit Mann und Kind in Erkelenz. Die gebürtige Münchnerin hat in der bayrischen Landeshauptstadt Musik und Geige studiert und 2008 ein lukratives Angebot aus dem Ausland bekommen. „Katar wollte in seiner Hauptstadt Doha ein westlich orientiertes Orchester auf die Beine stellen. Dafür wurden junge, talentierte Musiker aus der ganzen Welt zusammengesucht“, erzählt Portz. Auch die begabte Violinistin bewirbt sich und zieht kurze Zeit später nach Doha. Eine aufregende Zeit für die Deutsche mit peruanischen Wurzeln. „Das Orchester war mit Musikern aus 30 verschiedenen Ländern aus der ganzen Welt besetzt.“

Die Erkelenzerin Patrizia Portz an der Geige. Foto: Portz/Emoción

So lernt Portz auch die restlichen Mitglieder kennen, die sich später zum Ensemble Emoción zusammentun würden. „Wir haben mit gemütlichen Tangoabenden begonnen. Mit der Zeit kam Ferdinand als Schlagzeuger und die Sängerin Sevine dazu.“ Bis 2016 tritt das Ensemble, das weiterhin auch Teil des „Qatar Philarmonic Orchestra“ ist, unzählige Male im mittleren Osten auf: Katar, Abu Dhabi, Kuwait. In dieser Zeit lernt Patrizia Portz dort auch ihren Mann kennen – ein Erkelenzer. „2013 haben wir geheiratet, 2015 ein Kind bekommen. Deshalb sind wir 2016 aus Katar zurück nach Deutschland gekommen“, erzählt die begabte Musikerin. „Es war eine schöne Zeit, in der man natürlich in einer luxuriösen Blase gelebt hat – Geld spielte da bei vielen keine Rolle.“ Dennoch hängt sie ihren gut bezahlten Job und das Leben in Katar an den Nagel, um nach Deutschland zurückzukehren. Mit einer Voraussetzung: „Das Ensemble muss bestehen bleiben.“

Und so treten die fünf Musiker weiter gemeinsam auf, touren sogar durch die ganze Welt. „In diesem Jahr haben wir das größte Highlight unserer Karriere erlebt, als wir in New York im Jazz at Lincoln Center auftreten durften“, schwärmt die Violinistin. Im Vergleich zur Zeit in Katar, musste das Ensemble bei den Auftritten außerhalb des mittleren Ostens allerdings bei null anfangen. „Damals ging die Arbeit erst so richtig los. Wir waren ja nur dort bekannt. Das heißt, wir mussten wieder von vorne beginnen. Außerdem gibt es in Europa, Amerika und Asien ein viel größeres Angebot und damit natürlich auch mehr Konkurrenz.“ Doch der unvergleichliche und besondere Sound des Ensembles funktioniert auch außerhalb von Katar. Das beweisen die fünf Musiker am 28. Dezember bei ihrem Auftritt in der Erkelenzer Leonhardskapelle. Nachdem das Ensemble bereits 2018 beim „con brio“-Konzert in der Hückelhovener Aula in der Nähe spielte, sind sie kurz nach Weihnachten also das zweite Mal vor Ort.