Erkelenz: Das Gute ist anders als erwartet

Erkelenz : Das Gute ist anders als erwartet

Die "English Drama Group" des Cornelius-Burgh-Gymnasiums schickt Carrolls Alice auf neue Reisen.

Ein selbst geschriebenes Theaterstück führt ab heute - und das sogar an gleich vier Abenden - die "English Drama Group" des Cornelius-Burgh-Gymnasiums auf. Elemente aus Alice im Wunderland, Harry Potter und anderen britischen Literaturklassikern sowie Bestsellern der Neuzeit geben dem klassischen Literaturunterricht einen neuen Schliff. "Wir wollten mal etwas anderes als Shakespeare aufführen", erzählt Katharina Pick (17) bei einer der letzten Proben vor der Premiere. Die Schüler haben mit der Englischlehrerin Denise Funke (33) einen literarischen Quilt aus den unterschiedlichen Werken gestickt. Herausgekommen ist ein Theaterstück, das den Titel "I 'hat' a dream" trägt.

Die fantasievolle Geschichte handelt von Alice, die im Auftrag der Herzkönigin gemeinsam mit dem Hutmacher das Gute finden soll. Im Wunderland ist das Gute nämlich immer spärlicher gesät. Auf ihrer Reise finden sich die beiden Charaktere in verschiedenen Welten wieder: Wonderland, Neverland (Peter Pan), Hogwarts (Harry Potter) und Transsilvanien (Dracula).

Die Stadt Erkelenz unterstützt das Vorhaben der Schule mit einer Bühne, die Belichtung wurde privat zur Verfügung gestellt. Bei der Probe der "English Drama Group" laufen "Weiße Kaninchen", "Hutmacher" und eine "Alice" im blau-weißen Kleid geschäftig umher. Im Zentrum des zum Theater umfunktionierten Eingangsbereichs der Schule steht Denise Funke und pinnt das aufwändig bemalte und detailgetreue Hogwartswappen ans Bühnenbild, während das "Weiße Kaninchen" nach seinen Löffeln sucht. Einige Schüler helfen sich gegenseitig in die Kostüme, andere wiederum üben gemeinsam ihre Texte. "Die Schüler haben fast alles selbst organisiert", erklärt Denise Funke stolz.

Auf der Suche nach dem Guten entdecken Alice und der Hutmacher in jeder Welt etwas Neues, das ihnen weiterhelfen soll. In Transsilvanien verliert Alice ihren Gefährten an eine Horde Vampire und Werwölfe. Nach der glorreichen Rettung des Hutmachers finden sie endlich das Gute. Nur ist "das Gute" nicht ganz das, was die beiden erwartet hätten. Das Gute steckt in einem Hut, den es nun gilt, heil zur Herzkönigin zu transportieren.

"Die gängige Geschichte zu Alice im Wunderland war uns zu langweilig. Deshalb haben wir die unterschiedlichen Geschichten verbunden. Dabei haben wir uns auf britische Literatur konzentriert", erzählt Nele Berger (17). Denise Funke ist es wichtig, jedes Jahr ein neues Thema der englischsprachigen Literatur aufzugreifen. In den Vorjahren waren Werke unterschiedlicher amerikanischer Autoren sowie Shakespeare Grundlage der Aufführung.

(RP)
Mehr von RP ONLINE