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Coronavirus: Schulen und Kitas im Kreis Heinsberg bleiben geschlossen

Coronavirus-Fall im Kreis Heinsberg : Alle Schulen und Kitas bleiben Aschermittwoch geschlossen

Im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus wurde am Dienstag erstmals ein Patient in NRW positiv auf den Erreger der Corona-Krankheit getestet. Landrat Pusch rief noch am Abend den Krisenstab im Kreishaus Heinsberg zusammen.

Von Michael Heckers

Alle Schulen und Kindertagesstätten im Kreis Heinsberg bleiben am Aschermittwoch (26. Februar) geschlossen. Das teilte Landrat Stephan Pusch unserer Redaktion mit. Am Dienstag (25. Februar) war im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus zum ersten Mal in NRW ein Patient positiv auf den Erreger der Corona Krankheit, Sars-CoV-2, getestet worden. Daraufhin kam noch am Abend der Krisenstab im Heinsberger Kreishaus zusammen und beriet über mögliche Schutzmaßnahmen.

Laut Landrat Pusch habe man sich vorsorglich dazu entschieden, alle Schulen und Kindertagesstätten im Kreis Heinsberg geschlossen zu halten, um eine mögliche Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Auch das Heinsberger Kreishaus bleibt am Aschermittwoch für den Publikumsverkehr geschlossen. Die west Verkehr hat für Mittwoch alle Verstärkerfahrten für den Schülerverkehr und Schulbuslinien eingestellt. „Der Linienverkehr läuft ganz normal weiter“, so Geschäftsführer Udo Winkens.

Am späten Abend bestätigten das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, der Kreis Heinsberg und das Hermann-Josef-Krankenhaus Erkelenz den Fall von CoVid19 im Kreis Heinsberg. Laut der Mitteilung sei die Infektion bei einem Mann aus dem Kreis Heinsberg diagnostiziert worden. Er war am Montagmittag mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus aufgenommen worden. Der Patient soll sich in einem kritischen Zustand befinden und sei zurzeit auf der Intensivstation isoliert. Die Ehefrau des Patienten werde mit Symptomen einer Viruserkrankung ebenfalls stationär behandelt. Ihr Zustand sei aktuell stabil. Die Diagnose, ob sie sich ebenfalls mit dem Virus infiziert hat, steht nach Angaben des Kreises Heinsberg noch aus. Das Paar hat nach Auskunft der Kreis-Pressestelle zwei Kinder im Teenager-Alter, die keine Symptome zeigen. In der Inkubationszeit habe die Familie zahlreiche Kontakte gehabt, war wohl auch im Karneval unterwegs.

Der Kreis Heinsberg hat nach Angaben von Landrat Stephan Pusch sofort den Krisenstab einberufen. Das Gesundheitsamt ermittele zurzeit intensiv alle möglichen Kontaktpersonen. Der Krisenstab habe erste Maßnahmen ergriffen. Die Schulen und Kindergärten im Kreisgebiet bleiben am Aschermittwoch vorsorglich geschlossen. Die Kreisverwaltung Heinsberg bleibt ebenfalls für den Publikumsverkehr geschlossen. Über weitere Maßnahmen im öffentlichen Raum berät der Krisenstab noch.

„Wir mussten spätestens seit den ersten Fällen in Bayern davon ausgehen, dass auch in Nordrhein-Westfalen mit einem Import von Infektionsfällen sowie weiteren Übertragungen und Infektionsketten zu rechnen ist. Die zuständigen Behörden gehen den Fällen nun mit Hochdruck nach, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus so gut es geht zu verhindern. Es ist nicht auszuschließen, dass es weitere Fälle im Land geben kann. Aber unser Gesundheitswesen ist für solche Erkrankungen gut vorbereitet und aufgestellt“, sagt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Der Krisenstab bittet Bürgerinnen und Bürger darum, im Kreis Heinsberg aufgrund des aktuellen Falles von Besuchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen abzusehen sowie die Notrufnummern 112 und 110 nicht unnötig zu blockieren. Menschen, die zurzeit grippeähnliche Symptome aufweisen, werden gebeten, ihren Hausarzt oder eine Notarztpraxis zunächst telefonisch zu kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

Am Mittwochmorgen teilten die Städte Erkelenz, Hückelhoven und Heinsberg auf ihrer Internetseite mit, dass auch dort die Verwaltungen geschlossen sind, in Hückelhoven und Heinsberg auch die Hallenbäder und Stadtbüchereien, in Wassenberg bleibt am Mittwoch das Parkbad zu. Der Krisenstab der Stadt Erkelenz ist ebenfalls einberufen worden und tagt zurzeit. Das Cusanus-Gymnasium teilte mit: „Die Lehrerinnen und Lehrer bleiben bitte auch Zuhause. Der pädagogische Tag fällt morgen für die Kolleginnen und Kollegen aus.“

Eine in der Nacht kursierende WhatsApp, ein unbefugt abfotografierter Entwurf einer Pressemitteilung des Kreises Heinsberg, dementierte um 7 Uhr am Mittwoch Pressesprecher Ulrich Hollwitz. Es treffe nicht zu, dass Schulen und Kitas für 14 Tage geschlossen bleiben, über das weitere Vorgehen werde noch beraten. Um 9 Uhr wird er mit Landrat Stephan Pusch am Krisenstab im Landes-Gesundheitsministerium teilnehmen, anschließend tagt auch in Heinsberg wieder der Krisenstab. Hollwitz: „Es sollte keine Panik ausbrechen. Das Vordringliche ist jetzt, alles Menschenmögliche zu tun, um die Infektionskette zu durchbrechen.“

Landrat Stephan Pusch hat sich am Mittwochmorgen in einem Facebook-Video (Kreis Heinsberg) an die Bevölkerung gewandt und gebeten, nicht in Panik zu verfallen. Doch er riet: „Vermeiden Sie Massenansammlungen oder Gemeinschaftseinrichtungen.“ Man solle, wenn möglich, zu Hause bleiben. „Die Situation kann beherrscht werden, es erfordert von uns allen ein bisschen Disziplin.“

Die Kreissparkasse Heinsberg hat in Abstimmung mit dem Kreissportbund entschieden, die Ehrung aus dem Sportabzeichen-Wettbewerb für Schulen aufgrund der Entwicklungen beim Coronavirus abzusagen.

Die Arbeitsagentur teilt mit, dass ihre Standorte in Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg für den Publikumsverkehr geschlossen sind (aktualisiert: bis einschließlich Montag, 2. März).