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Coronavirus: Behördenschließungen und Hamsterkäufe in Erkelenz

Coronavirus-Auswirkungen in Erkelenz : Behördenschließung und Hamsterkäufe

Leere Flure in Rathaus und Amtsgericht, volle Parkplätze bei den Supermärkten. Der Nachweis des Coronavirus hat sichtbare Auswirkungen auf das Alltagsleben in der Stadt. Trotz Hamsterkäufen können Geschäfte ihre Regale nachfüllen – kein Versorgungsengpass.

Das Amtsgericht Erkelenz und das Finanzamt werden ebenso wie alle anderen öffentlichen Stellen, Rathäuser, Schulen, Kindergärten bis einschließlich Montag, 2. März, wegen des Coronavirus-Falles geschlossen bleiben. Mit entsprechenden Aushängen weisen die Behörden darauf hin. Der Landrat des Kreises Heinsberg habe dies entschieden. „Die Justizbehörden – Amtsgerichte Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg – haben beschlossen, sich dieser mit den zuständigen Ministerien abgestimmten Maßnahme anzuschließen und werden daher bis einschließlich Montag weder Sitzungen abhalten noch für den Publikumsverkehr geöffnet sein. Ein Eildienst ist eingerichtet; unaufschiebbare Maßnahmen werden mit der gebotenen Vorsicht durchgeführt“, erklärt der Pressesprecher des Landgerichts Mönchengladbach, Jan-Philip Schreiber.

Hingegen läuft bei anderen Einrichtungen wie etwa der Postbank einschließlich des Postschalters der Betrieb ganz normal. Es würden „vor Ort alle Finanzdienstleistungen vollumfänglich angeboten“, versichert Presssprecher Ralf Palm.

Am Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus geht der Betrieb normal weiter. Die Kantine ist jedoch nur noch für Mitarbeiter geöffnet. Betont wird, das Krankenhaus sei „keine Anlaufstelle für Menschen, die einen Infektionsverdacht auf Coronavirus abklären möchten“. Es gilt überall: Hände waschen! „Rund 80 Prozent aller Infektionen werden über die Hände übertragen“, sagt Apotheker Roland Kiel. Er hat am Mittwoch, aber auch noch am Donnerstag eine enorme Nachfrage nach Mundschutz-Artikeln und Desinfektionsmitteln verzeichnet. „Wir haben noch Bestand“, meint er. Es gehe aber nicht an, dass ein Kunde 100 Atemmasken ordert und für den nächsten keine mehr übrig bleiben. Ohnehin sei das Tragen von Atemmasken momentan nicht unbedingt erforderlich. „Personen, die einen Infekt haben oder gesundheitlich vorgeschädigt sind, können sich dadurch bei ordnungsgemäßen Gebrauch schützen.“ Die große Mehrheit schütze sich besser durch häufiges Handwaschen.

Die „Hamster“ machen sich auch in dem Lebensmittel-Discounter Netto an der Atelierstraße breit. Sie sind zwar weitaus in der Minderheit der Kunden, aber wenn sie zuschlagen, holen sie Konserven, Mehl, Zucker und haltebare Lebensmittel in Massen. „Wir haben nachordern müssen, aber es gibt keinen Versorgungsengpass“, versicherte eine Mitarbeiterin.

 Eine ähnliche Erfahrung machte der Edeka-Markt auf dem Oestricher Kamp. Die Regale sind trotz einiger Hamsterkäufe gut bestückt. Auch habe es bei weitem nicht einen derartigen Andrang von „Hamstern“ gegeben, dass der Zutritt geregelt werden müsste. In einem Drogeriemarkt war offenkundig, dass die Kunden die Regale mit den Desinfektionsmitteln leergeräumt hatten.