Cornelius-Burgh-Chor Erkelenz gibt Konzert zugunsten der zerstörten Orgel in der Partnerstadt Saint-James

Konzert des Cornelius-Burgh-Chores Erkelenz : Stimmgewaltiger Chor vor großer Hörerschar

Der Cornelius-Burgh-Chor aus Erkelenz gab ein Konzert zugunsten der zerstörten Orgel in der Erkelenzer Partnerstadt Saint-James.

Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Konzertbeginn waren kaum noch freie Plätze in den Kirchenbänken auszumachen. Mit „Cantate Domino - Singet dem Herrn" nahmen die stimmgewaltigen Damen und Herren des Cornelius-Burgh-Chores ihre zahlreich vertretene Zuhörerschaft mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch fünf Jahrhunderte der Musikgeschichte.

Das Konzertereignis mit europäischer A-cappella-Chormusik begeisterte die Besucher in der evangelischen Kirche am Martin-Luther-Platz. Die musikalischen Gastgeber, die dem Heimatverein der Erkelenzer Lande zugeordnet sind, verstanden es, anspruchsvoll zu unterhalten. Die ganz in Schwarz gekleideten Sängerinnen und Sänger zogen von zwei Seiten durch das Gotteshaus zum Altar. Dafür hatten sie das aus dem Italien des 15. Jahrhunderts stammende „Alta Trinita beata" einstudiert.

Chorleiter Reinhold Richter hatte die Gesamtleitung des Konzerts übernommen, für das sich das Ensemble aus Erkelenz mit einigen Gastmusikern verstärkt hatte, darunter die Mönchengladbacher Sopranistin Stefanie Kunschke, Andrea Richter (Blockflöte) und den aus Rurich stammenden Organisten Bernd Kleinen. Der heute 53-Jährige erhielt schon im Alter von zehn Jahren Klavierunterricht, studierte ab 1982 Kirchenmusik im Aachener St. Gregorius-Haus. Als Organist und Chorleiter der Baaler Pfarre St. Brigida ist Kleinen vielen bekannt.

Reinhold Richter und der Cornelius-Burgh-Chor begrüßten auch den Gründer und langjährigen Chorleiter Professor Norbert Brendt, der bis 2014 tätig war. In Reinhold Richter hat Brendt einen würdigen Nachfolger gefunden, der den Klangkörper immer wieder zu musikalischen Höchstleistungen anspornt. So studierte der 62-Jährige, der als Kantor und Organist an St. Helena in Mönchengladbach-Rheindahlen tätig ist, mit dem Erkelenzer Chor unter anderem Verdis „Messa da Requiem" sowie Bachs „Magnificat" ein. Auch Hermann Bruttgers A-cappella-Messe wurde gemeinsam erarbeitet.

Bei freiem Eintritt – Spenden waren erwünscht – schafften es die Ausführenden, das Erkelenzer Publikum in ihren Bann zu ziehen. Die Einnahmen sind bestimmt für den Wiederaufbau der Orgel in der französischen Partnerstadt Saint-James.

Werke wie Georg Friedrich Händels „Meine Seele hört im Sehen", Wolfgang Amadeus Mozarts „Ave verum" und Georg Philipp Telemanns „Du bist verflucht, o Schreckensstimme" wurden von den Zuhörern ebenso begeistert aufgenommen wie Felix Mendelssohn Bartholdys „Hebe deine Augen". Dabei hatten sich die Chormitglieder auch einiger Kompositionen ihres Namensgebers Cornelius Burgh angenommen: „Ego flos campi", „Regina coeli" und „Quaesivi illum". Burgh war eigentlich Jurist und Notar, wie Moderator Günter vom Dorp herausstellte: „Von irgendwas musste er ja schließlich leben."

Mehr von RP ONLINE