Christoph Kleuters: Erkelenzer Unternehmer in Venezuela erschosse

Christoph Kleuters (56): Erkelenzer Unternehmer in Venezuela erschossen

Der Erkelenzer Manager Christoph Kleuters (56) ist bei einem Überfall in Venezuela vor seinem Hotel erschossen worden. "Schock und Fassungslosigkeit sitzen tief", sagte sein Düsseldorfer Anwalt Dr. Karsten Faulhaber der Redaktion auf Anfrage. Nach Angaben des Rechtsanwaltes war Investor Kleuters auf Einladung der staatlichen Ölgesellschaft zu einer Konferenz angereist und sollte auch Gespräche mit Regierungsvertretern führen. Er habe Vorsicht walten lassen, so Faulhaber, und sei unter Personenschutz vom Flughafen zum Hotel begleitet worden.

Christoph Kleuters, der in Geilenkirchen-Waurichen wohnte und in der Erkelenzer Innenstadt die Consulting-Unternehmensgruppe KCI unterhielt, war ab 1999 Gesellschafter der Aker Wirth GmbH (früher Wirth Maschinen- und Bohrgerätefabrik) und trug als Mitglied der erweiterten Geschäftsführung im Konzern Aker Solutions SAS, Norwegen, von 2009 bis 2012 Gesamtverantwortung für weltweite Fabrikanlagen. Den Standort Erkelenz hatte er gerettet und in eine florierende Zukunft geführt. Die Firma baute 2013 mit einem norwegischen Finanzpaket von zwölf Millionen Euro eine neue Produktionshalle in Erkelenz.

Der Geilenkirchener, der seine Karriere als Steuerberater begonnen hatte, engagierte sich ehrenamtlich als Mitglied der Vollversammlung und verschiedener Ausschüsse bei der IHK Aachen und Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses für den Kreis Heinsberg, als Beiratsmitglied der Innovationsregion Rheinisches Revier und Leiter der IRR-Arbeitsgruppe "Allianz der Akteure”. Zudem wirkte er als Ehrenrichter beim Finanzgericht Köln und Handelsrichter beim Landgericht Aachen, war Bundessenator im Senat der Wirtschaft.

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"Diese Nachricht aus Venezuela ist erschreckend und schockierend für alle, die mit Christoph Kleuters zusammengearbeitet haben, aber schlimmer natürlich noch für die Familie", sagte Bert Wirtz, Präsident der Industrie- und Handelskammer Aachen. Wirtz würdigte Kleuters als "außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit". Er habe sich mit großem persönlichem Engagement und hoher fachlicher Kompetenz für die wirtschaftliche Entwicklung der Region eingesetzt — unter anderem als Gesellschafter und Geschäftsführer von Aker Wirth, als Geschäftsführer der KCI GmbH und als Vorstandsmitglied des Unternehmerverbandes der Metall- und Elektroindustrie Aachen.

Der Spross einer zehnköpfigen Landwirtsfamilie war nach seinem steilen Aufstieg vom Steuerfachgehilfen (Ausbildung 1979) zum Sanierer und Geschäftsführer der "Erkelenzer Bohr" bodenständig geblieben. Der 56-Jährige engagierte sich in Geilenkirchen bei den Karnevalisten und den Schützen, spendete Geld an soziale Organisationen. 2008 ließ sich Kleuters für die Sat.1-Dokusoap "Geheime Helfer" als vorgeblicher Hartz-IV-Empfänger unter Arbeitslosen im Ruhrgebiet von der Kamera begleiten. Am Ende spendete er für Hilfsprojekte.

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