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Christian Klien: Ex-Formel1-Star startet für Erkelenzer Rennstall

Region ist bekannt für Motorsportkompetenz : Ex-Formel1-Star startet für Erkelenzer Rennstall

Der Umzug des Rennstalls von Hamburg nach Erkelenz bringe viele Vorteile mit sich, etwa die geografische Lage und die Autobahnanbindung. In Christian Klien wurde ein namhafter Fahrer unter Vertrag genommen.

Von einem „Lehrjahr“, spricht Markus Specht, wenn er über die aktuelle Aktivität von JP Motorsport spricht. An der Gewerbestraße Süd in Erkelenz hat sich das Unternehmen angesiedelt, das mit seinen eigenen Rennwagen eine Erfolgsgeschichte schreiben will. 2019 ins Handelsregister eingetragen, ist JP Motorsport seit 2020 auf Autorennstrecken unterwegs und machte gleich mit einem Paukenschlag auf sich aufmerksam: „In unserem allerersten Rennen in der GT3-Klasse auf dem Hungaroring hat unser Team den Gesamtsieg eingefahren“, berichtet Specht, der als Projektmanager in Erkelenz die Fäden in der Hand hält. Inzwischen sind bei 21 Rennen elf Podiumsplätze zusammengekommen.

Auf den ersten Blick ist an der Gewerbestraße nicht erkennbar, dass sich dort ein Motorsport-Team angesiedelt hat. Nur der große Truck, der werktags neben dem Gebäude einer früheren Filmproduktionsgesellschaft befindet, weist mit seiner Aufschrift darauf hin, dass hier der Motorsport zu Hause ist. Im Inneren des Gebäudes geht es ruhig und gelassen zu, in der großen Werkstatt wuseln Mechaniker herum und schrauben an Fahrzeuggestellen und verschiedenen Einzelteilen. Dass sie einen Rennwagen in die Mangel genommen haben und fast bis ins letzten Einzelteil auseinandernehmen und zusammensetzen, erschließt sich dem Laien erst auf den zweiten Blick. Mit großer Professionalität und Ernsthaftigkeit wird an dem Auto gearbeitet, dessen Karosserie-Teile beiseitegelegt wurden. Am Donnerstag wird niemand mehr die Arbeit sehen, dann ist der Wagen fertig für den nächsten Einsatz am Wochenende. Das Team und der Fahrer von JP Motorsport brechen von Erkelenz auf zum nächsten Einsatz und vielleicht zum nächsten Erfolg.     

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Mit dem Umzug nach Erkelenz verbunden ist der Aufbruch zu neuen Ufern: In diesem Jahr setzt JP Motorsport in der GT3-Klasse auf einen McLaren 720 S mit rund 550 PS, nachdem zuvor ein Mercedes AMG auf die Strecke geschickt wurde. Die absoluten Höhepunkte im Rennkalender stehen dabei noch bevor: Bei drei Rennen der DTM geht JP Motorsport an den Start, in der neuen Saison soll die komplette DTM-Saison bestritten werden, daneben wird es weitere Rennen im GT- und im Tourenwagenbereich geben. JP Motorsport kann dabei auf einen durchaus anerkannten „Piloten“ setzten. Exklusiv für das Team aus Erkelenz startet der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Christian Klien. Bei den Langstreckenrennen wechselt er sich mit Patryk Krupinski und dem ehemaligen Kart-Weltmeister Karol Basz ab. Krupinski ist nicht nur Rennfahrer, gemeinsam mit seiner Ehefrau Joanna hat der JP Motorsport gegründet und fungiert als Teamleiter und Geschäftsführer.

15 Mitarbeiter sind für den „Rennstall“ in Erkelenz tätig. In erster Linie sind es Automechaniker, die das aktuelle Fahrzeug, aber auch andere Fahrzeuge für die nächsten Einsätze vorbereiten. Die Verlagerung des Firmensitzes von Hamburg an die Gewerbestraße Süd geschah bringt viele Vorteile, wie Specht meint. Ihn selbst hat es von der Rennstrecke in Oschersleben nach Erkelenz gebracht. „Die Region ist durchaus bekannt für ihre Motorsportkompetenz“, meint er. Außerdem sei die Autobahnanbindung und die Nähe zu vielen Rennstrecken ideal. „Nach Zolder sind es gerade einmal 40 Minuten.“ Nach Spa-Francochamps oder zum Nürburgring sei es auch nicht allzuweit.

Die ersten Auftritte in diesem Jahr haben schon viel Aufmerksamkeit erweckt, nicht nur, weil der schwarz-goldene Rennwagen auch optisch Eindruck macht. „Wir sind wohl inzwischen als MC-Laren-Team auf dem europäischen Festland Ansprechpartner und Anlaufstelle für viele Motorsportbegeisterte“, weiß Specht. Das Interesse an JP Motorsport wachse, so dass in Erwägung gezogen wird, im nächsten Jahr in der GT-Serie mit zwei Fahrzeugen an den Start zu gehen – mit dem Profiteam um Klien und einem zweiten.